Wer ein Grundstück verkaufen, beleihen oder übertragen möchte, kommt an einer zuverlässigen Wertermittlung nicht vorbei. Der Verkehrswert eines Grundstücks beschreibt den realistischen Marktwert, den die Fläche unter normalen Bedingungen zum Be­wer­tungs­stich­tag erzielen würde. Der ermittelte Grundstückswert dient als objektive Grundlage für rechtliche, steuerliche und finanzielle Entscheidungen.

Was ist der Verkehrswert eines Grundstücks?

Der Verkehrswert eines Grundstücks bezeichnet den Marktwert, den es unter gewöhnlichen Bedingungen am Tag der Bewertung erzielen würde. Laut Be­wer­tungs­ge­setz (§ 78 BewG) ergibt sich der Grundstückswert aus der Summe von Bodenwert, Gebäudewert und dem Wert der Außenanlagen. In der Fachsprache wird dieses Ergebnis als Verkehrswert des Baugrundstücks bezeichnet, um­gangs­sprach­lich ist der Wert eines bebauten Grundstücks auch als Marktwert bekannt.

Wie wird der Verkehrswert eines unbebauten Grundstücks ermittelt?

Die Berechnung des Verkehrswerts eines Grundstücks erfolgt nach gesetzlich anerkannten Verfahren der Im­mo­bi­li­en­wert­ermitt­lungs­ver­ord­nung (ImmoWertV). Bei unbebauten Grundstücken und Baugrundstücken wird standardmäßig das Ver­gleichs­wert­ver­fah­ren angewandt. Dieses basiert auf realen Kaufpreisen vergleichbarer Grundstücke mit ähnlichen Eigenschaften.

Fehlen ausreichend Vergleichsdaten, greifen Sachverständige auf den Bodenrichtwert der direkten Umgebung zurück. Um einen realistischen Grundstückswert zu ermitteln, müssen sie abschließend bestimmte Zu- und Abschläge berücksichtigen.

Vermietete oder verpachtete Grundstücke werden wiederum nach dem Er­trags­wert­ver­fah­ren oder einer Abwandlung davon bewertet.

Wie wird der Verkehrswert eines bebauten Grundstücks berechnet?

Der Verkehrswert eines bebauten Grundstücks setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Zuerst wird der Bodenwert berechnet, meist mit dem Ver­gleichs­wert­ver­fah­ren. Dann kommen der Wert des Gebäudes (z. B. Wohnhaus) und der Wert der anderen baulichen Anlagen (z. B. Garage, Schuppen, Pool) hinzu. Diese werden je nach Nutzung mit dem Sach­wert­ver­fah­ren (bei Eigennutzung) oder dem (bei Vermietung) ermittelt. Am Ende berücksichtigt der Gutachter noch Zu- oder Abschläge, etwa für Lage, Zustand oder Nut­zungs­mög­lich­kei­ten. Das Ergebnis ist der realistische Gesamtwert des Grundstücks.

Welche Faktoren beeinflussen den Verkehrswert eines Grundstücks?

Der Grundstückswert hängt von zahlreichen Gegebenheiten ab. Entscheidende Ein­fluss­fak­to­ren sind:

Besonders stark wirkt sich aus, ob und wie das Grundstück bebaut werden darf. Hier lohnt sich deshalb ein Blick in den örtlichen Bebauungsplan oder eine Bauvoranfrage.

Wann benötige ich den Grundstückswert?

Den Verkehrswert Ihres Grundstückes benötigen Sie immer dann, wenn der aktuelle Marktwert eines Grundstücks als objektive Entscheidungs- oder Be­rech­nungs­grund­la­ge dient. Typische Anlässe sind:

Wer ermittelt den Verkehrswert eines Grundstücks?

Die Ermittlung des Verkehrswerts eines Grundstücks sollte immer einem fachkundigen Experten überlassen werden, da schon kleine Rechenfehler oder falsche Einschätzungen das Ergebnis deutlich verfälschen können. Außerdem kann nur ein öffentlich bestellter und vereidigter Sach­ver­stän­di­ger ein rechtssicheres Ver­kehrs­wert­gut­ach­ten oder Be­lei­hungs­wert­gut­ach­ten für Ihr Grundstück erstellen, das bei Behörden, Banken und Gerichten anerkannt wird. Möchten Sie den Grundstückswert ausschließlich für private Zwecke ermitteln, ist meist ein Kurzgutachten ausreichend.