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Steuerliche Abschreibungen von Immobilien

Wer eine Immobilie zur Kapitalanlage erwirbt, profitiert nicht nur von der Mietrendite, sondern auch von der steuerlichen Abschreibung. Hier erfahren Sie, was es dabei zu berücksichtigen gilt und wie Sie die Abschreibung für Ihre Immobilie berechnen.

Mehrfamilienhaus an der Ostsee.

Mehrfamilienhaus an der Ostsee. Kapitalanleger können die Abnutzung von vermieteten Häusern und Wohnungen während der Nutzungsdauer der Immobilie abschreiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • In § 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist eine Absetzung für Abnutzung (AfA) – auch Substanzverringerung genannt – für Immobilien vorgesehen.
  • Die Abschreibung erfolgt für die meisten Immobilienarten linear über die Nutzungsdauer.
  • Abgesetzt werden die Anschaffungs- und Herstellungskosten.
  • Investitionen in das Gebäude verlängern die Restnutzungsdauer.
  • Die Nutzungsdauer unterscheidet sich je nach Immobilie: Neubauten (ab 1925) werden über 50 Jahre abgeschrieben, Altbauten (vor 1925) über 40 Jahre.
  • Wer seine Immobilie selbst bewohnt, kann sie nicht im Rahmen der AfA in der Steuererklärung absetzen. Dieser Vorteil bleibt Vermietern, also Kapitalanlegern für ihre Immobilie als Wirtschaftsgut vorbehalten.

Abschreibung einer Immobilie berechnen

Wer in eine Immobilie als Kapitalanlage investiert, erhält nicht nur eine Rendite in Form eines Mietzinses, sondern darf die Anschaffungs- und Herstellungskosten in der Steuererklärung über die Nutzungsdauer hinweg abschreiben und senkt so die Steuerlast. Der Gesetzgeber erkennt nämlich an, dass eine Immobilie im Lauf der Zeit durch Abnutzung an Wert beziehungsweise Ertragskraft verliert. Die Absetzung für Abnutzung (AfA) für Immobilien in § 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) berücksichtigt die „Substanzverringerung“ steuermildernd.

So wird die AfA für eine Immobilie berechnet.

Diese Faktoren sind für die steuerliche Abschreibung von Immobilien relevant

Damit eine AfA für Immobilien in der Steuererklärung angewandt werden kann, muss es sich um ein Renditeobjekt oder eine gewerblich genutzte Immobilie handeln. Es darf also nicht zu Wohnzwecken selbstgenutzt werden. Bei der AfA werden die Anschaffungs- und Herstellungskosten über die Restnutzungsdauer abgeschrieben, das heißt, als Werbungskosten geltend gemacht.

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten umfassen

  • den Kaufpreis
  • zuzüglich der Kaufnebenkosten (Gebühren für Makler, Notar und Grundbuchamt, Grunderwerbsteuer)
  • sowie bei Bauprojekten die Kosten für Handwerker und andere Dienstleister, wenn die Baumaßnahmen dazu dienen, die Immobilie bewohnbar zu machen.

Üblicherweise gilt eine lineare Abschreibung für Immobilien, das heißt, das Gebäude wird gleichmäßig über die Nutzungsdauer abgesetzt.

Je nach Art der Immobilie gelten unterschiedliche Zeiträume, die für gewöhnlich als Nutzungsdauer angesetzt werden dürfen. Bewohnte Altbauten werden über 40 Jahre abgeschrieben, Neubauten über 50 Jahre und bei denkmalgeschützten Immobilien wird es richtig kompliziert.

Im Jahr der Anschaffung beziehungsweise der Herstellung der Immobilie, die im Zuge der AfA stets als Wirtschaftsgut bezeichnet werden kann, reduziert sich die Höhe der Abschreibung um jeweils ein Zwölftel für jeden ganzen Monat vor dem Kauf.

Haben Sie Grundstück und Immobilie getrennt erworben, ist die Berechnung der AfA ganz leicht, da sie sich ausschließlich auf das Gebäude bezieht. Haben Sie Grundstück und Haus im Paket gekauft, dient der Bodenrichtwert als Bemessungsgrundlage. Sie können es sich aber auch leicht machen und den Kaufpreis im Verhältnis 80:20 aufteilen. Die meisten Finanzämter akzeptieren es, wenn Sie für den Wert Ihres Gebäudes 80 Prozent des Kaufpreises veranschlagen. Kompetente Hilfe bietet ein Steuerberater, auf Nummer sicher gehen Sie mit einem behördenkonformen Verkehrswertgutachten eines zertifizierten Immobiliensachverständigen.

Die Formel für die jährliche AfA für Immobilien lautet:

Jährliche AfA = Anschaffungskosten x Anteil Gebäudewert x Prozent jährliche Abschreibung

Sonderabschreibung Immobilien

Diese Möglichkeiten für eine Sonderabschreibung Ihrer Immobilie sollten Sie kennen:

  1. Anfangsinvestitionen:
    In den ersten drei Jahren ab Kauf können – ohne Mehrwertsteuer – 15 Prozent des Gebäudewertes in die Immobilie investiert werden und direkt per Sonderabschreibung abgeschrieben werden. Ansonsten (ab dem 4. Jahr) werden Investitionen „aktiviert“, das heißt, die Abschreibungsgrundlage (Summe) wird erhöht. Durch Aktivierung können Renditeobjekte länger abgeschrieben werden. Die Höhe der jährlichen Abschreibung ändert sich durch die Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen nicht. Branchenexperten sehen in dieser Regelung, die bei sanierungsbedürftigen Gebäuden schlicht unzureichend ist, die Wurzel des Instandhaltungsstaus.
  2. AfA für geschaffenen Wohnraum:
    Wer zwischen 1. September 2019 und 31. Dezember 2021 einen Bauantrag stellt, der neuen Wohnraum schafft, egal ob durch den Neubau einer Wohnimmobilie oder einen Dachausbau, darf einen Teil seiner Anschaffungskosten zusätzlich zur AfA für Immobilien im Neubau gesondert abschreiben. Die Sonderabschreibung umfasst für vier Jahre bis zu fünf Prozent per anno. Dabei gilt eine Obergrenze von maximal 2.000 Euro pro Quadratmeter. Die gesetzliche Grundlage dieser Sonderabschreibung für Neubau-Immobilien ist § 7b EStG.
  3. Gebäude für EU-/EWR-Staaten:
    Sehr spezielle und keineswegs lineare Abschreibungen gelten für Immobilien, die anderen Staaten aus der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) überlassen sind. Die Details, die sich nach dem Zweck und dem Jahr der Fertigstellung richten, sind in § 7 Abs. 5 EStG aufgeschlüsselt.

Abschreibung bei Wohnungen

Eine Eigentumswohnung können Sie nur als Kapitalanleger abschreiben. Bei Eigennutzung können Sie Ihre Eigentumswohnung nicht abschreiben. Die AfA für eine Wohnung ist nur möglich, wenn Sie Ihre Eigentumswohnung vermieten und eine Mietrendite erzielen.

So berechnen Sie die AfA für Ihre vermietete Eigentumswohnung, die Ihnen Einkünfte einbringt:

Ausgangslage: Sie haben eine vermietete Wohnung (Baujahr 1980) für 250.000 Euro (einschließlich der Kaufnebenkosten) als Kapitalanlage gekauft. Sie übernehmen die Wohnung samt Mieter, ohne zu modernisieren. Die monatliche Netto-Kaltmiete beträgt 400 Euro.

Berechnungsgrundlage: Da die Wohnung nach 1924 fertiggestellt wurde, handelt es sich im Hinblick auf die Abschreibung für Immobilien um einen Neubau. Neubauten werden über 50 Jahre linear mit je zwei Prozent abgeschrieben. Allerdings darf nur der Gebäudewert abgeschrieben werden, da Grund und Boden nicht abnutzen. Über ein Verkehrswertgutachten oder Miteigentumsanteile lässt sich der Gebäudewert ermitteln. Viele Finanzämter akzeptieren alternativ, wenn 80 Prozent des Kaufpreises auf das Gebäude entfällt – am besten steht die Aufteilung so im Kaufvertrag. Das Grundstück ist demnach 50.000 Euro wert, die Wohnung 200.000 Euro.

Jährliche AfA für die Immobilie (Neubau) = 200.000 Euro x 0,02 = 4.000 Euro.

Sie tragen in Ihrer Steuererklärung in der Anlage V „Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung“ in den nächsten 50 Jahren die AfA in Höhe von je 4.000 Euro bei den Werbungskosten ein.

Gut zu wissen: Der Mietzins spielt für die AfA der vermieteten Wohnung erst einmal keine Rolle. Sie sollten nur darauf achten, dass Sie nach zwei, drei Jahren – bei modernisierten Immobilien vier, fünf Jahren, trotz Abschreibungen einen Gewinn einfahren, den das Finanzamt besteuern kann. Sonst wertet der Fiskus die Immobilie nicht als Kapitalanlage, sondern als Liebhaberei und besteuert die Miete voll, ohne steuermildernde Umstände zu berücksichtigen.

Im obigen Beispiel liegen die jährlichen Abschreibungen bei 4.000 Euro, die Netto-Kaltmiete bei voller Auslastung bei 4.800 Euro. Das Finanzamt kann also noch einen Gewinn von 800 Euro besteuern.

Sie sind Mieter? Eine Abschreibung für eine Mietwohnung ist nicht möglich. Sie können als Freiberufler oder Selbstständiger in Ihrer Einkommensteuererklärung lediglich den Anteil ihrer Wohnung – egal ob Miet- oder Eigentumswohnung – als Betriebskosten geltend machen, der für ihre wirtschaftliche Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht von Bedeutung ist. Das ist üblicherweise das Arbeitszimmer. Anlässlich der Corona-Pandemie wurde inzwischen eine Homeoffice-Pauschale eingeführt. Hinsichtlich der steuerlichen Absetzung der eigenen vier Wände dürfte sich für Arbeitnehmer bedingt durch die Corona-Krise noch mehr ändern.

Haus abschreiben

Auch für ein Haus können Sie die Abnutzung nur steuerlich geltend machen, wenn es sich um eine vermietete Immobilie handelt. Ausnahme: energetische Sanierung.

Ich zeige Ihnen, wie die Abschreibung für eine vermietete Immobilie funktioniert, in die Sie nach dem Kauf noch investieren müssen. Behalten Sie stets im Hinterkopf, dass es bei der AfA immer um eine Gebäudeabschreibung geht und der Grund und Boden herausgerechnet werden muss. Für das folgende Rechenbeispiel gehen wir davon aus, dass Sie ein Haus erworben haben, das

  • vor 1925 fertiggestellt wurde und somit als Altbau eingestuft wird,
  • der vorherige Eigentümer bereits eine energetische Sanierung durchgeführt hat,
  • das Haus dennoch renovierungsbedürftig ist und sowohl neue Böden als auch ein neues Bad benötigt.

Um die Abschreibung für das Haus zu berechnen, benötigen wir die Anschaffungskosten (Kaufpreis mit Kaufnebenkosten), die Handwerkerrechnung für den Austausch der Böden sowie die Rechnung für die neue Küche samt Einbau.

Beispielrechnung für ein vermietetes Haus (Altbau):

Teil 1: Der Kaufpreis für das Haus beträgt 300.000 Euro. Da es sich um einen Verkauf durch eine Privatperson handelt, ist der Hauskauf von der Mehrwertsteuer befreit. Für die Kaufnebenkosten (zirka 4.500 Euro für Notar und Grundbucheintrag; eventuell Maklerprovision; zwischen 10.500 Euro und 19.500 Euro Grunderwerbsteuer je nach Bundesland) nehmen wir 20.000 Euro an. Die Anschaffungskosten (Kaufpreis und Kaufnebenkosten) liegen bei 320.000 Euro.

Die jährliche Abschreibung bei einem Altbau macht 2,5 Prozent aus. Die Abschreibung für das Haus erstreckt sich über 40 Jahre. Allerdings darf die Absetzung für Abnutzung nur für das Haus geltend gemacht werden, nicht für das Grundstück. Eine gebräuchliche Wertaufteilung liegt bei 80:20. Wenn das Grundstück nicht übermäßig groß und das Haus nicht in einem desolaten Zustand ist, erkennen viele Finanzämter an, wenn sie den Wert des Hauses auf 80 Prozent des Kaufpreises (inklusive Kaufnebenkosten) beziffern.

Jährliche AfA = 320.000 Euro x 0,8 x 0,025 = 6.400 Euro.

In den nächsten 40 Jahren können Sie als Eigentümer der vermieteten Immobilie pro Jahr 6.400 Euro abschreiben.

Teil 2: Die Handwerkerrechnung für den Austausch der Böden beläuft sich auf 4.000 Euro. Das neue Bad kostet 12.000 Euro. Die Kosten für den Austausch der Böden und das neue Bad könnten zu den Anschaffungskosten hinzuaddiert werden (336.000 Euro) und würden die jährliche AfA gemäß obiger Formel auf 6.720 Euro erhöhen. Hier bietet sich aber eine bessere Möglichkeit an – nämlich eine Sonderabschreibung. Da Böden und Bad zu den Anfangsinvestitionen des neuen Eigentümers gehören, mit denen er die vermietete Immobilie bewohnbar macht, darf er diese Investitionen innerhalb von drei Jahren abschreiben, sofern sie höchstens 15 Prozent des Gebäudewertes ausmachen.

Der vereinfachte Wert des Gebäudes gemäß 80:20-Aufteilung des Kaufpreises läge bei 300.000 Euro x 0,8 = 240.000 Euro.

Die Investitionskosten dürfen allenfalls bei 15 Prozent davon (= 36.000 Euro) liegen. Bad und Böden kosten zusammen 16.000 Euro und erfüllen damit die Kriterien für die Sonderabschreibung, können also direkt abgeschrieben werden.

Der unstrittige Gebäudewert kann über ein Verkehrswertgutachten ermittelt werden. Häufig akzeptiert das Finanzamt auch eine 80:20-Ansetzung. Das heißt, der Wert des Gebäudes wird mit 80 Prozent des Kaufpreises angesetzt, während 20 Prozent auf das Grundstück entfallen. Mit einem ordentlich ermittelten Verkehrswert fahren Sie oft besser und profitieren von einer höheren Abschreibung.

Achtung: Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in einem Urteil aus dem Jahr 2017 entschieden, dass Einbauküchen in vermieteten Immobilien nicht mehr sofort abgesetzt werden können, sondern über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschrieben werden.

Abschreibung weiterer Gebäudetypen

In der Regel sieht der Gesetzgeber lineare Abschreibungen für Immobilien vor, doch es gibt Ausnahmen. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Gebäudearten und wie die AfA für Immobilien bei ihnen funktioniert:

AfA Tabelle (Infografik).

Die wichtigsten Abschreibungen für vermietete Immobilien in einer Infografik.

Altbau

Immobilien, die bis zum 31. Dezember 1924 fertiggestellt wurden, gelten im Einkommensteuergesetz als Altbau. Der Abschreibungszeitraum für einen Altbau erstreckt sich über 40 Jahre. Der Gesetzgeber sieht hierfür eine jährliche lineare Abschreibung der Immobilie von 2,5 Prozent vor.

Neubau

Als Neubau gelten alle Gebäude, die ab 1925 in Betrieb genommen wurden. Neubauten werden über 50 Jahre abgeschrieben. Die jährliche Abschreibung für Immobilien im Neubau beträgt linear zwei Prozent.

Eine Sonder-AfA gibt es für neu geschaffenen Wohnraum, etwa für einen Neubau oder einen Dachausbau. Zusätzlich zur Neubau-AfA kann der Eigentümer vier Jahre lang jährlich bis zu fünf Prozent der Anschaffungskosten in seiner Steuererklärung geltend machen. Dabei gilt eine Obergrenze von maximal 2.000 Euro pro Quadratmeter.

Aus zwei Abschreibungsmethoden hat der Gesetzgeber eine gemacht: Bis 2005 galt für Neubauten eine degressive AfA anstatt einer linearen. In den ersten Jahren waren höhere Abschreibungen möglich, in späteren Jahren deutlich niedrigere. Wer eine geerbte oder geschenkte Immobilie weiter abschreibt, darf daher möglicherweise keine zwei Prozent pro Jahr absetzen.

Gewerbeimmobilie

Gewerbeimmobilien werden ebenso wie Wohngebäude mit einer AfA innerhalb von 40 (Altbauten) oder 50 Jahren (Neubauten) bedacht. Zählt die Gewerbeimmobilie zum Betriebsvermögen, darf sie etwas schneller abgeschrieben werden. Mit je drei Prozent erfolgt die lineare Abschreibung der Immobilie in 33,33 Jahren.

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Denkmal

Aus steuerlichen Gründen werden Denkmalimmobilien erst gekauft und dann saniert. Für denkmalgeschützte Objekte gilt einerseits die reguläre AfA für Immobilien im Altbau. Andererseits können Modernisierungskosten einschließlich einer Sanierung über acht Jahre mit jeweils neun Prozent und in den anschließenden vier Jahren mit je sieben Prozent von der Steuer abgesetzt werden.

In den Genuss der Abschreibung für ein Denkmal kommen sogar Selbstnutzer. Während alle anderen Immobilienarten nur von Kapitalanlegern abgeschrieben werden können, dürfen Eigentümer von Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, diese sogar bei Eigennutzung von der Steuer absetzen. Zumindest die Sanierungskosten können zu 90 Prozent abgesetzt werden – und zwar über zehn Jahre zu je neun Prozent. Die lineare Abschreibung für Altbauten gilt für Selbstnutzer von Denkmälern jedoch nicht.

Land- und Forstwirtschaft

Für die Abschreibung von Gebäuden und Anlagen von Betrieben der Landwirtschaft gilt die lineare Abschreibung und die angenommene Nutzungsdauer aus der AfA-Tabelle für den Wirtschaftszweig „Landwirtschaft und Tierzucht“ des Bundesfinanzministeriums. Betriebe der Forstwirtschaft finden die AfA-Tabelle für Forstwirtschaft ebenfalls dort.

Häufige Fragen (FAQ) zur Abschreibung einer Immobilie

Weitere Fragen rund um die AfA für Immobilien beantworte ich in diesem Kapitel.

Was passiert bei einem Verkauf mit der Abschreibung?

Mit dem Verkauf einer Immobilie endet für den bisherigen Eigentümer die Möglichkeit, diese abzuschreiben. Maßgeblich für das Ende ist das Datum auf dem notariell beurkundeten Kaufvertrag. Unterzeichnen Käufer, Verkäufer und Notar den Kaufvertrag im September, kann der Verkäufer noch einmalig den Wert der bisherigen Abschreibung für neun statt zwölf Monate geltend machen.

Für den Käufer beginnt ein neuer Abschreibungszyklus. Die AfA beginnt für ihn wieder bei null. Das bedeutet, der Käufer kann das Gebäude innerhalb von 50 (Neubau) oder 40 Jahren (Altbau) oder die für die Immobilienart geltende Zeitspanne vollständig abschreiben.

Was passiert bei Erbe oder Schenkung mit der Abschreibung?

Der Erbe beziehungsweise der Beschenkte übernimmt den Stand der Abschreibung der Immobilie des Erblassers beziehungsweise des Schenkenden. Beispiel: Haben Sie eine Neubau-Immobilie geerbt, die bereits 16 Jahre lang abgeschrieben wurde, dürfen Sie die Abschreibung in Höhe von zwei Prozent per anno in den nächsten 34 Jahren fortführen.

Wo mache ich die AfA für Immobilien in der Steuererklärung geltend?

Die AfA gilt als Werbungskosten für Vermieter. Die lineare Abschreibung wird in der Einkommensteuererklärung in Anlage V „Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung“ bei den Werbungskosten eingetragen.

Wie rechne ich den Anteil des Grundstücks bei einer Eigentumswohnung aus der AfA heraus?

Bei einer vermieteten Eigentumswohnung muss der Anteil, den das Grundstück am Kaufpreis macht, herausgerechnet werden. Die Annahme des Gesetzgebers ist, dass sich Grund und Boden im Gegensatz zum Gebäude nicht abnutzen. Idealerweise unterteilt man Wohnung und Grund bereits im Kaufvertrag in einem korrekten Verhältnis (80:20 gilt als weitgehend anerkannt). Andernfalls werden die Miteigentumsanteile beziehungsweise der jeweils anteilige Verkehrswert für das Gebäude für Grund und Boden ermittelt. Das Bundesfinanzministerium hilft bei der Kaufpreisaufteilung für ein bebautes Grundstück. Für die Ermittlung des Gebäudewertes wird das reale Baujahr durch bereits erfolgte Modernisierungsmaßnahmen fiktiv erhöht – mit Auswirkungen auf den Immobilienwert.

Können Eigenheimbesitzer Modernisierungskosten bei Selbstnutzung der Immobilie steuerlich absetzen?

Um den Sanierungsstau aufzulockern, kommt der Gesetzgeber privaten Eigentümern, die ihre Immobilie oder ihr Grundstück selbst nutzen, seit 2020 bei einer energetischen Sanierung für Gebäude, die älter als zehn Jahre sind, steuerlich entgegen. Der Haussanierer darf maximal 40.000 Euro innerhalb von drei Jahren in der Steuererklärung angeben. Seine Steuerlast vermindert sich in den beiden ersten Kalenderjahren der Sanierung um sieben Prozent (maximal 14.000 Euro) und im dritten Jahr um sechs Prozent (maximal 12.000 Euro). Das Finanzamt erstattet 20 Prozent der Kosten für die energetische Gebäudesanierung zurück.

Damit das Finanzamt diese Kosten anerkennt, müssen die Handwerkerrechnungen per Überweisung bezahlt und für zwei Jahre aufbewahrt werden. Die steuerliche Vergünstigung gilt nur für den Arbeitslohn und die Fahrtkosten, nicht jedoch für das Material. Achten Sie darauf, dass diese Posten auf der Rechnung getrennt und jeweils einschließlich Mehrwertsteuer aufgeführt sind. Idealerweise nutzen Sie das amtlich vorgeschriebene Muster und beauftragen ein fachlich kompetentes Unternehmen mit den energetischen Maßnahmen, um Probleme mit dem Fiskus zu vermeiden.

Diese Maßnahmen zur Instandhaltung, Modernisierung und Sanierung erkennt das Finanzamt an:

  • Austausch von Fenstern und Außentüren,
  • Kosten für einen fachlich qualifizierten Energieberater (50 Prozent!),
  • „Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung“,
  • Einbau einer Lüftungsanlage,
  • Erneuerung oder Optimierung der Heizungsanlage, sofern sie älter als zwei Jahre ist,
  • Wärmedämmung von Wänden, Geschossdecken und Dachflächen.

Diese steuermildernde Regelung aus § 35c EStG gilt zunächst bis 31. Dezember 2029. Der Steuervorteil darf nicht geltend gemacht werden, wenn der Eigentümer bereits eine öffentliche Förderung für die Sanierung seiner Immobilie über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhält.

Restnutzungsdauer verkürzen

Weist die Bausubstanz eines Gebäudes starke Mängel auf und besteht ein Instandhaltungs- und Modernisierungsstau, kann die Restnutzungsdauer verkürzt und die jährliche Abschreibung dadurch erhöht werden. Allerdings wird das Finanzamt diese Änderung nicht einfach hinnehmen. Begründet ein zertifizierter Immobiliensachverständiger jedoch in einer Beurteilung beziehungsweise gutachterlichen Stellungnahme die Verkürzung der Restnutzungsdauer, stehen die Chancen gut, dass der Fiskus die geänderte AfA für die Immobilie in Ihrer Steuererklärung annimmt. Dieser Trick kann bei Häusern und Eigentumswohnungen in schlechtem Zustand angewandt werden.

Die zertifizierten Sachverständigen der Heid Immobilien GmbH führen zwar keine Steuerberatung durch, kennen sich aber mit einer steueroptimierten Immobilienbewertung aus, die den gesetzlichen Anforderungen genügt und damit sowohl vor dem Fiskus als auch vor Gericht standhält. Sichern Sie sich eine kostenlose und unverbindliche Erstberatung mit einem Immobiliengutachter! Rufen Sie uns unter der Telefonnummer 0800 - 90 90 282 an oder schicken Sie das Kontaktformular ab!

Bild von André Heid
Author:
André Heid
Position:
Geschäftsführer

IMMOBILIEN­BEWERTUNG

Ich habe den Datenschutz gelesen und verstanden.

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Mitgliedschaften:
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