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Notarkosten beim Hauskauf & Wohnungskauf: Übersicht & Kostentipps

Beim Immobilienkauf in Deutschland muss die Kaufabwicklung über einen Notar erfolgen, das ist gesetzlich geregelt. Erfahren Sie, mit wie viel Notarkosten Sie beim Hauskauf und Wohnungskauf rechnen müssen, wer die Notarkosten bezahlt und wie Sie bei den Notargebühren sparen können.

Notarkosten beim Hauskauf durch Grundbucheintrag

Das Wichtigste in Kürze

  • Grundsätzlich sollten Sie bei den Notarkosten mit circa 1,5–2 Prozent des Kaufpreises der Immobilie rechnen.
  • Den Großteil der Notargebühren bezahlt der Käufer einer Immobilie.
  • Es ist gesetzlich vorgeschrieben, den Hauskauf über einen Notar abzuwickeln.
  • Die Höhe der Notarkosten beim Immobilienkauf ist gesetzlich vorgeschrieben. Der Notar kann seine Leistungen also nicht teurer oder günstiger anbieten.
  • Die Kosten für den Grundbucheintrag rechnet der Notar innerhalb seiner Notargebühren ab.

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Benötige ich einen Notar beim Hauskauf?

In Deutschland ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass der Vertrag beim Kauf einer Immobilie über einen Notar abgewickelt werden muss. Ohne Notar ist ein Kaufvertrag nicht rechtskräftig.

Damit möchte der Gesetzgeber den Käufer und Verkäufer schützen, denn Immobiliengeschäfte sind, vor allem für Laien, sehr komplex. Als neutraler Vermittler vollzieht der Notar das Geschäft rechtssicher und fair für beide Parteien.

Tipp: Nicht nur die Angelegenheiten rund um den Kaufvertrag sind komplex. Gerade für den Verkäufer ist das Einholen aller Unterlagen oder die Vermarktung der Immobilie zeitaufwendig und als Käufer ist es oft schwer herauszufinden, ob sich der Kauf der Immobilie lohnt und sie zu einem fairen Preis angeboten wird. Benötigen Sie dabei Hilfe, können Sie sich gerne an uns wenden. Mit unserer fundierten Kaufberatung und Verkaufsberatung unterstützen wir Sie bei allen Fragen und Angelegenheiten.

Notarkosten & Kosten der Grundbucheintragung

Ein Notar kümmert sich neben den vertraglichen Angelegenheiten auch um verschiedene bürokratische und behördliche Angelegenheiten, wie zum Beispiel die Grundbucheintragung, Behördengänge oder die Beantragungen von Genehmigungen.

Grundsätzlich gilt: In der Regel können Sie beim Hauskauf mit Notarkosten von circa 1,5–2 Prozent des Kaufpreises kalkulieren.

Notar an Schreibtisch für Notarkosten bei Immobilienkauf

In Deutschland ist gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Notar den Immobilienkauf abwickeln muss.

Welche Leistungen erbringt der Notar?

Zu den Aufgaben, die der Notar beim Hauskauf in Rechnung stellt, gehören unter anderem:

  • Erstellung des Kaufvertrags
  • neutrale Vermittlung und Ansprechpartner für beide Parteien
  • notarielle Beurkundung und Unterzeichnung des Vertrags
  • Weitergabe an das zuständige Finanzamt
  • Überwachung der Zahlung des Kaufpreises
  • Eintragung in das Grundbuch und Beurkundung der Grundschuld

Je nach Bedarf kümmert er sich außerdem um

  • die Einholung behördlicher Genehmigungen:
    zum Beispiel für Sanierungen, Umbauten oder Ablösung der alten Grundschuld.
  • die Auflassungsvormerkung beim Grundbuchamt:
    Sie dient zum Schutz, dass der Verkäufer die Immobilie nicht mehrfach veräußern kann, da die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch erst nach einiger Zeit erfolgt.
  • oder die Einholung der Verzichtserklärung des Vorkaufsrechts der Gemeinde:
    In der Regel hat die Gemeinde ein Vorkaufsrecht und kann das Grundstück somit anstatt des Käufers erwerben, wenn ein dringlicher Grund (wie zum Beispiel das Allgemeinwohl) vorliegt.

Übrigens: Gebühren, die zum Beispiel beim Grundbuchamt anfallen, rechnet der Notar direkt bei seinen Leistungen mit ab.

Wie berechnet der Notar die Kosten?

Die Notarkosten sind in einer Gebührentabelle im Gerichts- und Notarkostengesetz (PDF) (GNotKG) festgelegt. Jeder Notar muss sich an diese Gebührentabelle halten und kann seine Leistungen nicht teurer oder günstiger anbieten.

Grundsätzlich gilt: Die genauen Gebühren werden anhand des Kaufpreises Ihrer Immobilie berechnet. Relevant ist dagegen nicht, wie schwierig und aufwendig der Kauf ist oder wie viele Besprechungstermine Sie mit Ihrem Notar hatten.

Für jede einzelne Leistung des Notars ist außerdem festgelegt, welchen Gebührensatz (Anlage 1 zu § 3 Abs. 2, PDF) der Notar berechnen darf:

  • voller Gebührensatz (1,0): Für die Eintragung des Eigentümers in das Grundbuch wird zum Beispiel die volle Gebühr (1,0) berechnet.
  • halber Gebührensatz (0,5): Für eine Beurkundung beträgt der Gebührensatz nur die Hälfte (0,5) der Gebühr aus der Gebührentabelle.
  • doppelter Gebührensatz (2,0): Für Verträge und Beschlüsse wird der doppelte Satz (2,0) berechnet.

Wichtig: Ob der Notar seine Gebühren richtig abrechnet, wird regelmäßig vom Präsidenten des Landgerichts und des Oberlandesgerichts des jeweiligen Bundeslandes kontrolliert. Haben Sie die Befürchtung, dass die Notarkosten falsch berechnet wurden, können Sie die Rechnung beim jeweiligen Landgericht rechtlich prüfen lassen.

Beispiel: Kostenaufstellung

Hier finden Sie eine Beispielrechnung für die Gerichtskosten (Notarkosten) einer Immobilie, deren Kaufpreis bei 300.000 Euro und deren Darlehen bei 250.000 Euro (sogenannte Grundschuld) liegt:

Kostenstelle Konkrete Leistung des Notars Gebühr
Notar Beurkundung eines Grundstückskaufvertrages 1.270,00 Euro
Grundbuchamt Eintragung der Auflassungsvormerkung 317,50 Euro
Notar Grundschuldbestellung mit Vollstreckungsklausel (ZVK); ohne ZVK = halber Preis 535,00 Euro
Grundbuchamt Eintragung der Grundschuld 535,00 Euro
Grundbuchamt Eintragung des Eigentümers 635,00 Euro
Grundbuchamt Löschung der Auflassungsvormerkung 0,00 Euro
Notar Betreuungsgebühr für den Kaufvertrag 317,50 Euro
Notar Vollzugstätigkeiten 317,50 Euro
optional:
Notar
Einrichtung eines Kontos (sogenanntes Notaranderkonto) inklusive Kontoführungsgebühren 375,00 Euro
Summen:    
  Grundbuchkosten: 1.487,50 Euro
  Notarkosten: 2.440,00 Euro
  MwSt. für Notarkosten: 463,60 Euro
  Gesamtkosten: 4.766,10 Euro

Notarkosten beim Wohnungskauf: Bei einem Wohnungskauf berechnet der Notar die gleichen Leistungen und Gebühren wie beim Hauskauf. Da die Notargebühren aber anhand vom Kaufpreis berechnet werden, sind die Notarkosten beim Wohnungskauf in der Regel günstiger.

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Wer bezahlt die Notargebühren beim Hauskauf?

Käufer nimmt Schlüssel und zahlt Notargebühren beim Hauskauf

Die Notargebühren beim Hauskauf bezahlt immer der Käufer. Trotzdem haften bei Zahlungsunfähigkeit beide Parteien.

Die Notarkosten beim Immobilienkauf bezahlt der Käufer.

Der Verkäufer bezahlt nur die Gebühren für die Löschung der Grundschuld. Wer genau welche Kosten bezahlt, legt der Makler oder Verkäufer im Kaufvertrag fest. So kommt es nach dem Verkaufsabschluss der Immobilie nicht zu unerwarteten Notargebühren und Streitigkeiten.

Wichtig: Rechtlich haften beide Vertragsparteien! Ist der Käufer zahlungsunfähig und kann die Notarkosten nicht begleichen, muss der Verkäufer für die Gebühren aufkommen.

Spar-Tipps für die Notarkosten beim Immobilienkauf

Grundsätzlich gilt: Die Notarkosten können Sie nicht umgehen, denn gesetzlich ist das Einbinden eines Notars beim Hauskauf vorgesehen. Auch die Höhe der Kosten ist prinzipiell nicht variabel.

Trotzdem gibt es die folgenden drei Möglichkeiten, mit denen Sie vermeiden, dass die Kosten unnötig in die Höhe schießen:

Kosten-Tipp #1: Bonitätsprüfung der Verkaufspartei
Als Käufer einer Immobilie sollten Sie nicht nur dem Verkäufer eine Auskunft zu Ihrer Bonität erbringen, sondern selbst auch die des Verkäufers überprüfen. Denn ist der Verkäufer zahlungsunfähig und kann die von ihm zu tragenden Notarkosten nicht zahlen, müssen Sie die Kosten übernehmen.

Kosten-Tipp #2: Kostenübernahme der jeweiligen Vertragsparteien klar definieren
Legen Sie im Kaufvertrag genau fest, wer für welche Kosten aufkommen muss. So kommt es zwischen Käufer und Verkäufer zu keinen Missverständnissen und unerwarteten Rechnungen, die Sie begleichen müssen.

Kosten-Tipp #3: Gemeinsamer Termin für Grundbucheintragung & Beurkundung
Die Eintragung der Grundschuld in das Grundbuch und den Termin der Vertragsbeurkundung beim Notar können Sie auf einen Termin legen. Somit muss der Notar keine zwei Termine abrechnen.

Lassen Sie sich kompetent beraten

Beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie müssen verschiedenste Punkte beachtet werden.

Wir unterstützen Sie beim Verkauf oder Kauf einer Immobilie und bieten Ihnen eine fundierte Verkaufs- und Kaufberatung an. Bei einem kostenlosen Erstgespräch können wir gemeinsam Ihre ersten Fragen klären und uns näher kennenlernen. Kontaktieren Sie uns gerne per Mail oder Telefon in einer unserer deutschlandweiten Niederlassungen. Wir freuen uns auf Sie!

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