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Gutachter fürs Haus: Darauf sollten Sie achten

Ein Hauskauf ist ein großes Unterfangen: Es gibt viel zu organisieren und selbstverständlich zu finanzieren. Wenn Sie Ihre Traumimmobilie bereits gefunden haben, kann es nicht schaden, vor dem Kauf einen Gutachter für das Haus zurate zu ziehen. Dieser sieht sich das Objekt genau an und stellt so fest, ob der festgelegte Kaufpreis gerechtfertigt ist. Was ein Immobiliengutachter sonst noch für Sie tun kann und worauf Sie bei der Wahl achten sollten, erfahren Sie hier.

Gutachter fürs Haus: Was prüft ein Gutachter beim Hauskauf?

Ein Gutachter, den Sie für einen Hauskauf hinzuziehen, begutachtet die entsprechende Immobilie. Er sieht sich dabei einerseits den allgemeinen Zustand des Gebäudes bzw. des Grundstücks an und wirft ein besonderes Augenmerk auf etwaige Schäden und Mängel. Ziel ist es dabei, herauszufinden, ob der Zustand des Hauses den verlangten Kaufpreis wert ist und Ihnen im besten Fall zu einem minimierten Preis zu verhelfen. Worauf der Gutachter genau achtet, sehen Sie hier.

Allgemeiner Zustand

Der allgemeine Zustand des Hauses inklusive Lage, Wohnfläche etc. sind relevante Aspekte, die sich ein Immobiliengutachter ansieht.

  • baulicher Zustand: Ein Hausgutachter – bzw. Wohnungsgutachter – wirft einen genauen Blick auf den allgemeinen baulichen Zustand des Gebäudes. Sollte die Bausubstanz schon älter sein, kommen in naher Zukunft wahrscheinlich Renovierungskosten auf Sie zu. Das könnte den Kaufpreis des Hauses minimieren.
  • Lage: Ein Haus, das in einer infrastrukturell günstigen Gegend liegt, ist in der Regel teuer. Sollte Ihr Wunschobjekt in einer strukturschwachen Gegend (lange Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, Kinderbetreuungseinrichtungen, Ärzten etc.) liegen, könnte das den Kaufpreis schmälern.
  • Wohnfläche & Grundstücksgröße: Mehr Wohnfläche & Grundstück bedeuten in der Regel höhere Kosten. Der Immobiliengutachter prüft hier, ob der geforderte Kaufpreis der Quadratmeterzahl des Objekts gerecht wird.
  • Baualter: Für eine jüngere Immobilie kann durchaus ein höherer Preis verlangt werden. Das liegt unter anderem daran, dass neuere Häuser meist schon bessere Energiestandards erfüllen als ältere Objekte.

Schäden & Mängel

Wenn Sie ein Haus kaufen wollen, wirft ein Gutachter zusätzlich ein ganz genaues Auge auf mögliche Schäden, für deren Behebung Sie als potenzieller zukünftiger Eigentümer zum Teil große Summen in die Hand nehmen müssten. Zu diesen gehören folgende:

  • Substanzschäden: Risse in den Wänden, aufsteigende Feuchtigkeit, Schädlingsbefall etc. sind ernstzunehmende Schäden, deren Beseitigung durchaus eine Menge Geld kostet kann. Muss beispielsweise das Dach nach einem Schädlingsbefall erneuert werden, können je nach Dachfläche rund 30.000 Euro auf Sie zukommen.
  • altes Heizungssystem: Heizkessel, die vor 1984 eingebaut wurden, müssen laut Energiesparverordnung ausgetauscht werden. Sämtliche Heizungen, die ab 1985 installiert wurden, dürfen maximal 30 Jahre in Betrieb bleiben. Wenn in Ihrem Wunschobjekt die Heizungsanlage erneuert werden muss, sollten Sie mit Kosten von rund 12.000 Euro rechnen.
  • gesundheitsschädliche Substanzen: Egal ob Schimmel oder Asbest in der Bausubstanz – gesundheitsgefährdende Stoffe in Gebäuden müssen in den meisten Fällen professionell entfernt werden. Ein Immobiliengutachter kann feststellen, welche Gesundheitsrisiken das entsprechende Objekt birgt und wie hoch die Kosten für die Beseitigung für Sie als potenzielle zukünftige Besitzer wären.
  • alte bzw. rostige Wasserleitungen: Kalkspuren an Ventilen oder Wasserhähnen können darauf hindeuten, dass die gesamte dazugehörige Wasserleitung verkalkt ist. Sollte das der Fall sein und ist die Wasserleitung zudem rostig, kann es im schlimmsten Fall zu einem Wasserrohrbruch kommen. Bei einer Erneuerung alter Wasserleitungen – darunter fallen auch Bleileitungen, die noch nicht ausgetauscht wurden – sollten Sie mit etwa 25 Euro pro Meter rechnen.
  • Zusätzliche Anbauten: Insbesondere bei älteren Immobilien kommt es vor, dass diese über nicht genehmigte Anbauten verfügen. Solche müssen im Nachhinein genehmigt werden. Da alte Anbauten zumeist nicht den Standards von heute entsprechen, werden Sie in den meisten Fällen um zusätzliche Umbaukosten nicht herumkommen.

Wann lohnt sich ein Gutachten?

Es gibt einige Situationen, in denen sich ein professionelles Hausgutachten lohnt. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Das Haus ist älter als 20 Jahre

Je länger ein Haus bewohnt wird, desto mehr Abnutzungserscheinungen trägt es. Nach rund 20 Jahren werden in der Regel die ersten größeren Renovierungsarbeiten notwendig. Sollte Ihr Wunschobjekt also schon älter als 20 Jahre sein, ist ein Gutachten durchaus sinnvoll.


Sie hegen Zweifel am Zustand des Hauses

Sollten Sie Zweifel daran haben, dass Ihre Wunschimmobilie tatsächlich so gut in Schuss ist, wie sie auf den ersten Blick vermuten lässt, können Sie zur Absicherung einen Immobiliengutachter zurate ziehen.

Das Haus ist in Ihren Augen zu teuer

Zweifeln Sie aus irgendwelchen Gründen daran, dass der Kaufpreis für Ihr Wunschobjekt zu hoch angesetzt ist, sollten Sie einen Gutachter hinzuziehen. Dieser kann im besten Fall Ihre Zweifel bestätigen und so möglicherweise dazu beitragen, dass der Kaufpreis heruntergesetzt wird.


Das Haus ist auffallend günstig

Liegt der veranschlagte Kaufpreis für Ihre Wunschimmobilie deutlich unter dem von vergleichbaren Objekten, sollten Sie einen Gutachter beauftragen. Ein möglicher Grund für den niedrigen Preis kann der Zustand der Immobilie sein, der vielleicht nur auf den ersten Blick gut ist.




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Wie finden Sie den richtigen Gutachter für Ihr Haus?

Bei der Wahl des Gutachters kommt es immer darauf an, wofür Sie ein Gutachten benötigen. Denn nicht jeder Gutachter darf für jeden Anlass ein Gutachten erstellen. Worin liegen die Unterschiede?

  • Wenn Sie ein Haus kaufen wollen und dafür ein Gutachten benötigen, reicht ein Kurzgutachten aus. Da dieses nur für private Zwecke genutzt werden kann und vor Gericht nicht gültig ist, kann es sowohl von einem freien Gutachter als auch einem zertifizierten, vereidigten Immobiliensachverständigen angefertigt werden.
  • Benötigen Sie ein Gutachten für ein Gericht oder eine Behörde, darf nur ein zertifizierter, vereidigter Sachverständiger das Gutachten erstellen.

Wie viel kostet ein Gutachten für ein Haus?

Die Kosten für ein Immobiliengutachten hängen immer von der Art des Gutachtens ab.

  • Benötigen Sie ein umfassendes Verkehrswertgutachten, das auch vor Gericht gültig ist, sollten Sie mit Kosten ab etwa 1500 Euro rechnen.
  • Ein Gutachten für private Zwecke – wie beispielsweise, wenn Sie ein Haus kaufen wollen – ist ein sogenanntes Kurzgutachten. Dieses kostet in der Regel ab etwa 1000 Euro.

Aber: Wer bezahlt den Gutachter beim Hauskauf? Sie selbst. Wenn Sie für Ihr Wunschobjekt ein Gutachten wollen, müssen Sie dieses in der Regel selbst bezahlen.

Gut zu wissen: Oftmals orientieren sich Gutachter an der Honorarverordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Dann belaufen sich die Kosten für ein Gutachten meist auf 1 % des Verkehrswertes der entsprechenden Immobilie. Bei einem Wert von 250.000 Euro kostet ein Gutachten also 2500 Euro.

Fazit

Ein Immobiliengutachter kann im besten Fall eine Senkung des Kaufpreises Ihrer Wunschimmobilie erwirken. Sind Sie sich aus irgendeinem Grund nicht sicher, ob der angesetzte Kaufpreis für Ihr Wunschobjekt gerechtfertigt ist, sollten Sie einen professionellen Immobiliengutachter zurate ziehen. Dieser nimmt die Immobilie genau unter die Lupe und ermittelt so den wahren Wert.

Als zertifizierte Sachverständige für Immobilienbewertung stehen wir von Heid-Immobilienbewertung Ihnen gerne zur Seite, wenn Sie ein zuverlässiges und professionelles Gutachten für eine Immobilie benötigen. Füllen Sie das untenstehende Kontaktformular aus! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

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FAQs: Gutachter Haus

Was ist ein unabhängiger Gutachter fürs Haus?

Unabhängige Gutachter unterscheiden sich beispielsweise von Maklern darin, dass sie unvoreingenommen und objektiv Gutachten erstellen – ohne Provision im Hinterkopf.

Ist ein Gutachter vor dem Hauskauf sinnvoll?

Das kommt auf Ihre Situation an. Wenn Sie sich bei Ihrem Wunschobjekt in Bezug auf den Zustand oder die Rechtfertigung des Kaufpreises nicht ganz sicher sind, kann die Einschätzung eines professionellen Gutachters durchaus sinnvoll sein.

Gibt es einen Gutachter für Haus und Grundstück?

Grundsätzlich sieht sich ein Immobiliengutachter sowohl die jeweilige Immobilie als auch das dazugehörige Grundstück an und erstellt dazu sein Gutachten. So wird beispielsweise die Größe des Grundstücks in eine Immobilienbewertung aufgenommen.

Was macht ein Gutachter beim Haus?

Ein Gutachter nimmt das entsprechende Haus genau unter die Lupe und bestimmt so seinen Wert. Er macht außerdem auf etwaige Schäden aufmerksam, für deren Behebung Sie als potenzieller zukünftiger Besitzer finanziell geradestehen müssten. Sollte er zu dem Ergebnis kommen, dass das Haus den angesetzten Kaufpreis nicht wert ist, könnte dieser verringert werden.

Wie viel kostet ein Gutachten für ein Haus?

Das hängt ganz von der Art des Gutachtens ab. Ein Verkehrswertgutachten, das auch vor Gerichten und Behörden haltbar ist, bewegt sich im Bereich ab etwa 1500 Euro (hierbei werden die Kosten oftmals mit einem 1 % des Verkehrswerts der entsprechenden Immobilie festgelegt). Ein Kurzgutachten, das nur für private Zwecke genutzt werden kann, kostet hingegen weniger – hier sollten Sie mit Kosten ab etwa 1000 Euro rechnen.

Bild von André Heid
Author:
André Heid
Position:
Geschäftsführer

IMMOBILIEN­BEWERTUNG

Ich habe den Datenschutz gelesen und verstanden.

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Wertermittlung Kosten

Der Preis eines Gutachtens hängt vom Umfang und der Komplexität des Objektes ab. Neben der Wohn- und Grundfläche beeinflusst auch die Art der Immobilie (z.B. Wohn-, Geschäfts- oder Sonderimmobilie) die Kosten für das Gutachten. Die Auslagen für die Beschaffung von Dokumenten, die dem Besitzer nicht vorliegen, müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Informieren Sie sich kostenlos und unverbindlich!


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