Von ·

Altes Haus sanieren und renovieren

Alles zu Planung, Kosten und Finanzierung einer Kernsanierung

Wer Eigentümer eines Altbaus ist oder sich mit dem Gedanken trägt, ein altes Haus zu kaufen, kommt früher oder später um das Renovieren oder Sanieren nicht herum. Erfahren Sie hier, welche typischen Sanierungsmaßnahmen bei älteren Immobilien anfallen, wie Sie diese planen, welche Kosten auf Sie zukommen und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Altes Haus vor und nach der Sanierung

Vorher – nachher: Ein altes Haus zu sanieren bedeutet auch eine Wertsteigerung der Immobilie.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wann muss ein Haus saniert werden? Die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen beziehungsweise ihr Umfang ist für Laien häufig nur schwer zu beurteilen. Ein sachkundiger Gutachter kann bei einer Begehung der Immobilie feststellen, welche Mängel und Schäden, etwa in der Bausubstanz, vorliegen. Sein Gutachten dient als Basis für die Renovierung oder Sanierung des Gebäudes.
  • Kostenaufwand beim Renovieren und Sanieren eines alten Hauses: Für die Komplettsanierung (Kernsanierung) eines Altbaus wird mit Kosten zwischen 400 und 600 Euro pro Quadratmeter (€/m²) Wohnfläche kalkuliert.
  • Finanzierung: Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten für die Instandsetzung von Altbauten. Neben einem klassischen Bankkredit kommen auch staatliche und kommunale Zuschüsse in Frage.

Ein altes Haus sanieren – wann, was, wie?

Bevor Sie sich an die Sanierung eines Hauses machen, klären wir hier die wichtigsten grundlegenden Fragen.

Haus sanieren vs. renovieren

Sanierung oder Renovierung? Die beiden Begrifflichkeiten werden häufig vermischt und tatsächlich ist der Übergang zwischen Renovieren und Sanieren oft fließend. Sehen wir uns den Unterschied an:

  • Wer ein altes Haus renoviert, setzt dieses wieder in Stand. Schäden und abgenutzte Elemente werden erneuert, zum Beispiel wird ein undichtes Dach repariert.
  • Wer dagegen ein altes Haus saniert, tauscht nicht nur abgenutzte oder beschädigte Elemente aus, sondern ersetzt diese durch moderne und bessere. Beispielsweise werden nicht nur undichte Stellen im Dach repariert, sondern das Dach wird grundlegend modernisiert, etwa auch mit einer modernen Dämmung versehen. Mit der Sanierung geht also auch eine Wertsteigerung der Immobilie einher.
  • Von einer Kernsanierung spricht man, wenn die bestehende Gebäudekonstruktion in einen neuwertigen Zustand versetzt wird. Das Gebäude wird bis auf die tragenden Strukturen (Wände, Decken, Fundamente usw.) rückgebaut, um die originale Bausubstanz wiederherzustellen und zu verbessern. Eine Kernsanierung ist somit ein massiver Eingriff. Dabei werden meist alle Wasserleitungen und Elektroinstallationen ersetzt, aber auch das Dach rundum modernisiert. In der Regel ist eine Kernsanierung bei sanierungsbedürftigen Baudenkmälern nötig.

Bei Überlegungen, ob eine alte Immobilie saniert oder renoviert werden soll, steht also immer die Frage im Mittelpunkt: Welche Absicht verfolgen Sie? Sollen nur Mängel repariert, also Schönheitsreparaturen durchgeführt werden oder streben Sie eine Verbesserung und damit Wertsteigerung an?

Wann ist es nötig, ein Haus zu sanieren?

Der Zustand eines alten, möglicherweise baufälligen Hauses ist für Laien schwer zu beurteilen. Um festzustellen, ob es nötig ist, Ihre Immobilie zu sanieren, sollten Sie immer einen Sachverständigen hinzuziehen. Dessen Gutachten dient als Basis, um notwendige Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen zu erkennen.

Gut zu wissen: Eigentümer von Altimmobilien sind unter bestimmten Umständen zu energetischen Sanierungsmaßnahmen verpflichtet, etwa zur Dämmung der obersten Geschossdecke und zum Heizungstausch. Grundlage ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG) [Anmerkung: bis 2020 Energieeinsparverordnung EnEV]. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Die zertifizierten Gutachter der Heid Immobilienbewertung stehen Ihnen bei Fragen zum Sanierungsbedarf Ihrer Immobilie mit Rat und Tat zur Seite. Auch wenn Sie überlegen, in eine alte Immobilie zu investieren, unterstützen und beraten wir Sie vor dem Hauskauf mit Expertise und Sachverstand.

Jetzt anfordern: Ihre kostenlose & unverbindliche Erstberatung

Altes Haus sanieren – lohnt sich das?

Der Kauf und die Sanierung eines alten Hauses lohnen sich dann, wenn die Sanierung weniger kostet als ein Neubau. Ist ein Haus sehr baufällig, sollte es besser komplett abgerissen und neu aufgebaut werden.

Wichtig ist eine gründliche Planung vorab, auch mithilfe eines Gutachtens. Halten sich die notwendigen Sanierungsmaßnahmen in Grenzen, kann es sich lohnen, ein altes Haus zu kaufen und zu sanieren. Ein Vorteil: Sie als Eigentümer können in die sanierte Immobilie schneller einziehen als in einen Neubau, da lange Planungs- und Bauzeiten entfallen.

Wichtig: Vor dem Hauskauf sollten Sie die Meinung eines neutralen und sachkundigen Experten einholen, um herauszufinden, ob der geforderte Kaufpreis gerechtfertigt ist. Baumängel und andere Probleme sind für Laien meist schwer zu erkennen. Informieren Sie sich über die Immobilien-Kaufberatung durch einen unabhängigen Gutachter.

Leitfaden: So gehen Sie beim Sanieren eines Hauses vor

Um Kosten zu sparen, überlegen Eigentümer häufig, ihr Haus selbst zu sanieren. Das ist allerdings nicht unbedingt eine gute Idee:

  • Laien können nur offensichtliche Schäden an einem alten Haus erkennen, elementare Mängel, etwa in der Bausubstanz, sollten immer durch einen fachkundigen Gutachter ermitteln werden.
  • Selbst Sanierungsarbeiten durchzuführen, kann problematisch sein, weil dafür viel Fachwissen nötig ist – Pfusch geht schmerzhaft ins Geld.
  • Außerdem sind für die erfolgreiche Sanierung eine genaue Planung, Kenntnis über geeignete Materialien und handwerkliches Können erforderlich.

Wer es sich zutraut, kann auf einen Bauleiter verzichten und selbst Koordination und Schlussabnahme der Sanierungsarbeiten vornehmen. Empfehlenswert ist dies in den meisten Fällen jedoch nicht.

Bauleiter und Eigentümerin auf Baustelle

Ein erfahrener Bauleiter sorgt dafür, dass bei der Altbausanierung alles rund läuft.

Doch egal, ob Sie selbst Hand anlegen oder die Arbeiten den Profis überlassen wollen: Bevor es ans Eingemachte geht, ist eine gründliche Planung der Sanierung und das Hinzuziehen von Experten (etwa einem Bauchsachverständigen) immens wichtig, um Maßnahmen und Kosten realistisch einschätzen zu können.

Gespräch mit Gutachter vereinbaren

Erst, wenn Sie sich einen Überblick verschafft und einen Energieberater hinzugezogen haben, erstellen Sie einen Sanierungsplan. Erfahren Sie anhand nun Schritt für Schritt, wie die Sanierung eines alten Hauses abläuft.

Schritt 1: Sanierungsbedarf der Immobilie ermitteln lassen

Der erste Schritt vor einer Modernisierung ist es, die Immobilie auf Mängel und Schäden zu prüfen und herauszufinden, an welchen Stellen Sanierungsbedarf besteht.

Typische „Baustellen“ bei einem alten Haus

Bei älteren Gebäuden sind typischerweise folgende Elemente sanierungsbedürftig:

  • Dach
  • Fassade
  • Wärmedämmung
  • Fenster und Rollläden
  • Heizungsanlage
  • Elektroinstallation
  • Wasserleitungen

Checkliste typischer Mängel und Schäden

Als Käufer oder Erben einer Immobilie sollten Sie Folgendes prüfen:

  • Wann wurden die letzten Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt und welche?
  • Gibt es Anzeichen von Schimmelbildung oder Pilzbefall?
  • Ist der Keller trocken?
  • Ist die Bausubstanz intakt?
  • Gab es in der Vergangenheit einen Wasserschaden?
  • Wie alt sind Wasser- und Abwasserleitungen sowie Elektroleitungen?
  • Ist das Dach dicht?
  • Wie alt sind Fenster und Türen?
  • Wie alt ist die Heizungsanlage, insbesondere der Heizkessel?
  • Wurden wärmedämmende Maßnahmen durchgeführt?
  • Gibt es auf dem Grundstück Altlasten?

Checkliste Hauskauf herunterladen

Wichtig: Viele Schäden an einem sanierungsbedürftigen Haus können auch Laien bereits mit bloßem Auge erkennen: zum Beispiel ein undichtes Dach, Fenster mit Einfachverglasung, veraltete Rollläden oder Feuchtigkeit an Wänden und Decke. Andere Schäden dagegen können nur von Fachkundigen ermittelt werden, etwa Probleme mit der Elektrik, Wasserleitungen, der Heizungsanlage oder Schäden unter dem Fußboden, hinter den Tapeten und vieles mehr.

Ziehen Sie daher unbedingt einen Bausachverständigen hinzu und lassen Sie ein professionelles Gutachten erstellen. Auf Basis dieses Gutachtens können Sie die Sanierung planen: welche Sanierungsmaßnahmen müssen, welche sollen und welche können erfolgen?

Bausachverständigen anfordern

Sonderfall denkmalgeschützter Altbau

Bei denkmalgeschützten Altbauten sind Umbaumaßnahmen nur eingeschränkt möglich. Denn der Eigentümer ist zum Erhalt der historischen Bausubstanz verpflichtet und muss bei der Altbausanierung eng mit der zuständigen Behörde zusammenarbeiten.

Gut zu wissen: Die Sanierung von Denkmälern ist förderungswürdig beziehungsweise steuerlich absetzbar. Lesen Sie mehr dazu in unserem Ratgeber zu Afa-Immobilien.

Schritt 2: Planung

Sobald feststeht, welche Maßnahmen notwendig sind, geht es daran, die richtige Reihenfolge festzulegen. Was sollte man an einem Haus zuerst sanieren oder renovieren?

Grundsätzlich gilt: Schadensbehebung hat Priorität. Außerdem erfolgen Sanierungsarbeiten immer von außen nach innen, da sie aufeinander aufbauen. Beispielsweise werden erst Rohre verlegt und die Wärmedämmung modernisiert, bevor mit Innenausbau begonnen wird.

Bei der Planung sollten Sie beziehungsweise der Bauleiter sehr gründlich vorgehen: Dazu gehört, alle Maßnahmen aufzulisten und zu priorisieren. Berücksichtigen Sie auch Details wie Wohnkomfort und Außengestaltung, etwa die Instandsetzung oder Modernisierung von Terrasse, Haustür oder Rollläden.

Auch für den korrekten Ablauf und Zeitplan der Sanierung ist der Bauleiter zuständig. Im sogenannten Bauzeitenplan verzeichnet er die Reihenfolge und Dauer der einzelnen Maßnahmen. Ein wichtiger Aspekt ist zum Beispiel, wie viele Handwerker gleichzeitig an der Sanierung arbeiten können. Auch Phasen, in denen nicht gearbeitet werden kann, müssen im Sanierungszeitplan berücksichtigt werden. Ein Beispiel: Ein neuer Estrich muss rund vier bis sechs Wochen trocknen, bevor der Fußboden weiter bearbeitet werden kann.

Eine pauschale Aussage zur Dauer einer Altbausanierung ist nicht möglich. Planen Sie wenige, kleinere Arbeiten, können diese in rund drei Wochen erledigt sein. Aufwändigere Sanierungsprojekte, etwa Kernsanierungen, dauernd dagegen mehrere Monate. Grundsätzlich hängt der Zeitplan für die Renovierung oder Sanierung eines alten Hauses von vielfältigen Faktoren ab, unter anderem vom Umfang der geplanten Maßnahmen, der Bausubstanz sowie der Größe der Immobilie.

Mann bei Planung von Sanierungsmaßnahmen

Eine gründliche Vorbereitung und Planung sind das A und O einer erfolgreichen Sanierung.

Schritt 3: Angebote einholen

Steht der Sanierungsplan, geht es daran, Angebote von Handwerkern einholen, um einen Überblick über die tatsächlichen Sanierungskosten zu erhalten. Kostenrechner und Kostenvorlagen im Internet sind nützlich, um einen groben Richtwert zu erhalten. Das Vergleichen tatsächlicher Angebote können sie jedoch nicht ersetzen.

Schritt 4: Finanzierung klären

Auf Basis der Handwerkerangebote ermitteln Sie anschließend den Finanzierungsbedarf. Über Ihre Hausbank oder die staatliche KfW-Bank können Sie einen Sanierungskredit beantragen. Möglicherweise kommen auch staatliche, regionale und kommunale Fördermittel für die finanzielle Unterstützung bei der Altbausanierung in Frage. Lesen Sie weiter unten mehr zu den Fördermöglichkeiten für die Haussanierung.

Schritt 5: Haus sanieren und renovieren lassen

Nach der gründlichen Vorbereitung und Klärung der Finanzierung kann es endlich an die Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten gehen. Legen Sie einen genauen Zeit- und Ablaufplan fest. Zuerst werden Außenarbeiten wie Dacheindeckung, Fassadendämmung oder Fensteraustausch durchgeführt, dann geht es innen weiter, zum Beispiel mit Elektroinstallation, Heizung und Sanitär. Zuletzt folgt der Innenausbau, also Boden verlegen, Einbauten vornehmen, tapezieren und mehr.

Die Koordination der Sanierungs- oder Renovierungsarbeiten erfolgt durch einen Architekten beziehungsweise Bauleiter oder durch den Hausbesitzer selbst. In letzterem Fall sollten Sie ausreichend Zeit für die Bauüberwachung und Klärung von Fragen einplanen und dürfen einen sehr hohen Organisationsaufwand nicht scheuen.

Bei Unsicherheiten ziehen Sie am besten einen erfahrenen Berater (etwa einen Bausachverständiger oder einen energetischen Berater) hinzu.

Sind die Arbeiten beendet, folgt die Schlussbegehung und Abnahme, am besten gemeinsam mit einem Sachverständigen, der mögliche Baumängel (zum Beispiel handwerkliche Fehler, mangelhafte Elektroinstallation u.a.) schnell erkennt und richtig einordnet. Die erfahrenen Bauexperten der Heid Immobilienbewertung nehmen Aufträge zur Bauplanung, Baubegleitung, Bauabnahme und Beweissicherung Bau an.

Wichtig: Halten Sie Mängel wie in einem Übergabeprotokoll schriftlich fest und lassen Sie sie beheben, bevor die Schlussrechnung erfolgt.

Haus sanieren und renovieren: Kosten

Eine pauschale Aussage darüber, wie hoch die Kosten für die Sanierung eines alten Hauses sind, ist nicht möglich. Jede Immobilie ist individuell, sodass der Umfang und die Art der Sanierungsmaßnahmen sehr unterschiedlich ausfallen können. Auch die Region, die Preise der angefragten Handwerksbetriebe und unvorhergesehene Zusatzkosten beeinflussen den Kostenumfang. Die folgenden Zahlen sind damit nur als Richtwerte zu verstehen.

Typische Bereiche für Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen

Bei einer technischen Bestandsaufnahme im Vorfeld der Sanierungsmaßnahmen begutachtet ein Sachverständiger typischerweise folgende Aspekte:

  • Dachkonstruktion und Dacheindeckung
  • Wärme- und Schalldämmung
  • tragenden Konstruktionen
  • Wände (Putz)
  • Fassade mit Fenstern und Türen
  • Zustand der Bausubstanz (Schädlingsbefall, Risse…)
  • Feuchteschutz/Feuchteschäden
  • Holzkonstruktionen
  • Versorgungs- und Installationsleitungen (Strom, Wasser, Abwasser…)
  • Heizungstechnik
  • gesundheitsgefährdende Baustoffe (z. B. Asbest) und andere Altlasten
Mögliche Sanierungsmaßnahmen an einem alten Haus

Kostenbeispiele Haussanierung und -renovierung

Die Kosten einer Kernsanierung belaufen sich in der Regel auf rund 400 bis 600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Planen Sie nur einzelne Instandsetzungs- oder Sanierungsmaßnahmen, sind die Kosten meist deutlich niedriger.

Die folgenden Beispiele dienen zur groben Orientierung – die konkreten Kosten Ihres Sanierungsvorhabens sind erst dann absehbar, wenn Ihnen ein fundiertes Gutachten sowie Handwerkerangebote vorliegen.

Beispiel: Altbau (vor 1925)

Mängel bei Altbauten betreffen häufig die Heiztechnik, die Elektroinstallationen, die Bausubstanz (zum Beispiel Setzungsrisse, Hausschwamm, Schädlingsbefall in Holzkonstruktionen) sowie die Wasserleitungen. Auch Schimmelbefall und ungedämmte Fassaden sind typische Sanierungsfälle.

Kostenbeispiel Altbau-Sanierung:

Bei der Sanierung einer Altbauimmobilie aus dem Jahr 1905 mit 350 Quadratmetern könnten folgende Maßnahmen und Kosten anfallen:

  • Komplettsanierung Dach: 44.600 Euro
  • Fassadenerneuerung und -dämmung: 16.500 Euro
  • Heizungserneuerung: 25.000 Euro
  • Kompletterneuerung Wasserleitungen: 9.000 Euro
  • Kompletterneuerung Elektrik: 7.000 Euro
  • Fenster und Türen komplett erneuern: 20.000 Euro

Gesamtkosten der Sanierung: 122.100 Euro (Kosten pro Quadratmeter: 349 Euro)

Wichtig: Ist der Altbau denkmalgeschützt, bestehen in der Regel Auflagen für Umbau- und Sanierungsmaßnahmen, vor allem, was Veränderungen an Fassade und Dach betrifft. Erkundigen Sie sich also unbedingt vor den Sanierungsmaßnahmen bei Ihrem örtlichen Denkmalamt, ob Sie mit Einschränkungen rechnen müssen.

Beispiel: Haus aus den 1970er Jahren

Wie hoch die Kosten für das Renovieren oder Sanieren eines Hauses aus den Siebzigern ist, ist unter anderem von der Bauweise des Hauses, Schäden an der Bausubstanz (etwa Schimmel), dem technischen Zustand oder auch der Schadstoffbelastung durch Baumittel wie Asbest oder Formaldehyd abhängig. Grundsätzlich kann man mit Sanierungskosten zwischen 400 und 600 Euro pro Quadratmeter rechnen. Ist die 70er-Jahre-Immobilie allerdings durch Asbest belastet, kann der Kostenaufwand deutlich höher liegen – bis zu 1000 Euro pro Quadratmeter.

Bei einem bislang unrenovierten Haus sind meist folgende Maßnahmen notwendig:

  • energetische Sanierung (Dachboden- oder Dachdämmung, Fassadendämmung, Erneuerung der Fenster)
  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Erneuerung von Wasser- und Abwasserleitung
  • Kompletterneuerung der Elektrik entsprechend den heutigen Sicherheitsanforderungen

Kostenbeispiel Haus aus den 1970er Jahren:

Bei der Sanierung eines Hauses aus den 1970er Jahren mit 145 Quadratmetern, bei dem die Heizanlage bereits ausgetauscht wurde, könnten folgende Maßnahmen und Kosten anfallen:

  • Komplette Dacherneuerung: 25.000 Euro
  • Dachbodendämmung: 4.700 Euro
  • Fassadenerneuerung und -dämmung: 21.500 Euro
  • Asbestentfernung: 7.250 Euro
  • Fenster und Türen komplett erneuern: 5.200 Euro
  • Kompletterneuerung Sanitär: 8.300 Euro
  • Kompletterneuerung Elektrik: 5.000 Euro

Gesamtkosten der Sanierung: 76.950 Euro (Kosten pro Quadratmeter: 530 Euro). Letzten Endes ist das nur ein grober Richtwert. Es kommt stark auf die Beschaffenheit des Hauses sowie die verwendeten Materialien an, wie kostenintensiv die Haussanierung tatsächlich wird.



Altes Bauernhaus

Alte Bauernhäuser strahlen Romantik aus – die hohen Kosten einer Sanierung können jedoch ernüchtern.

Beispiel: Bauernhaus sanieren

Ein altes Bauernhaus zu sanieren, bringt gänzlich andere Voraussetzungen mit sich als ein in die Jahre gekommenes Stadthaus. Hier sollten Sie unbedingt einen Berater beziehungsweise Bauleiter mit Erfahrung in Sachen Bauernhaussanierung hinzuziehen, der mit der Bauweise und den Baumaterialien vergangener Jahrhunderte vertraut ist und weiß, wie sich Bauschäden wie Holzfäule oder Schimmelbildung verhindern lassen. Die Modernisierung eines alten Bauernhauses ist teuer, vor allem, wenn während der Sanierungsarbeiten unvorhergesehene Mängel zutage treten.

Grundsätzlich veranschlagen Experten für die Komplettsanierung eines alten Bauernhauses oder Fachwerkhauses Kosten rund 1200 bis 2400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Kostenbeispiel Bauernhaus-Sanierung:

Für ein Bauerhaus aus dem Jahr 1910 mit 150 Quadratmetern Wohnfläche können folgende Sanierungsmaßnahmen und Kosten anfallen:

  • Komplette Dacherneuerung: 28.000 Euro
  • Dämmung von Dach und Wänden: 7.400 Euro
  • Erneuerung der Heizungsanlage samt Rohren und Heizkörpern: 17.000 Euro
  • Komplettsanierung von Fußböden und Holzbalken: 16.000 Euro
  • Kompletterneuerung Türen und Fenster: 8000 Euro
  • Erneuung Elektroinstallationen: 7.000 Euro
  • Innenausbau: 100.000 Euro
  • Anschlüsse für Telefon/Internet: 800 Euro

Gesamtkosten der Sanierung: 184.200 Euro (Kosten pro Quadratmeter: 1.228 Euro)

Um Aufwand und Kosten für die geplante Haussanierung realistisch schätzen zu können, ist eine Vor-Ort-Besichtigung mit einem erfahrenen und seriösen Sachverständigen sehr zu empfehlen.

Fördermöglichkeiten für die Haussanierung

Da die Renovierung oder Sanierung eines alten Hauses schnell ohne Summen verschlingen kann, stellt sich die Frage nach der passenden Finanzierung.

Diese Fördermöglichkeiten für die Haussanierung gibt es

Neben einem Bankkredit kann auch ein Bausparvertrag kann für Sanierungsvorhaben an Altbauten genutzt werden. Außerdem kommen für Sanierungsprojekte unter Umständen verschiedene staatliche wie auch kommunale Fördermöglichkeiten und Zuschüsse in Frage. Informieren Sie sich daher vor einer geplanten Modernisierung bei den Bau- und Umweltbehörden an Ihrem Wohnort.

Staatliche Förderungen für Sanierungsprojekte stellen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die KfW Förderbank bereit. Letztere förderte bislang Energieeffizienzhäuser sowie energetische Komplettsanierungen, außerdem konnten Zuschüsse für einen barrierefreie und altersgerechte Umbau beantragt werden. Doch die Bundesregierung verhängte im Januar 2022 einen plötzlichen Stopp, da die Fördermittel erschöpft sind. Nur noch Anträge, die bis zum 24. Januar 2022 bei der KfW eingegangen waren, werden berücksichtigt. Wie künftige Fördermaßnahmen durch die KfW aussehen werden, ist Stand Februar 2022 noch nicht geklärt.

Für eine energetische Sanierung der Gebäudehülle und Neubauten können Sie Fördergelder beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen. Die dem BAFA zugehörige Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bündelt mehrere Förderprogramme für Altbausanierung: „Förderfähig sind alle Maßnahmen an Gebäuden, die die Energieeffizienz verbessern.“

Was kann gefördert werden?

Das BAFA fördert bei bestehenden Gebäuden Sanierungsmaßnahmen der Heizungsanlage, wenn diese mehr als zwei Jahre alt ist. Gefördert werden:

  • Biomasseanlagen
  • Hybridheizungen
  • „Renewable Ready"-Gas-Brennwertheizungen
  • Solarthermieanlagen
  • effiziente Wärmepumpenanlagen

Mit Gas oder Öl betriebene Heizungen nicht mehr gefördert; ab 2026 ist der Einbau von neuen Ölkesseln ohnehin nicht mehr erlaubt. Wer eine alte Ölheizung dagegen ersetzen lassen will, erhält vom BAFA eine Austauschprämie. Mehr dazu erfahren Sie auf bafa.de.

Wichtig: Besteht gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG), dem Nachfolger der Energiesparverordnung (EnEV) eine Austauschpflicht, gewährt das BAFA keine Förderung. Die Austauschpflicht betrifft Öl- und Gas-Heizkessel, die mehr als 30 Jahre in Betrieb sind und eine übliche Größe haben (4 bis 400 kW Heizleistung). Um staatliche Fördermittel zu erhalten, ist es notwendig, die alte Heizung austauschen zu lassen, bevor der Austausch gesetzlich verpflichtend ist.

Das BAFA fördert außerdem Einzelmaßnahmen an Bestandsgebäuden, die dazu beitragen, Energieeffizienz des Gebäudes an der Gebäudehülle zu erhöhen – also Dämmungsmaßnahmen beispielsweise an Außenwänden, Dach oder Fenstern. Mehr dazu lesen Sie auf der BAFA-Website.

Wichtige Tipps für Haussanierer

  • Lassen Sie von einem Bausachverständigen die erforderlichen Arbeitsschritte ermitteln und die zu erwartenden Kosten schätzen.
  • Erkundigen Sie sich nach Finanzierungsmöglichkeiten, etwa staatlichen Zuschüssen, für die geplanten Maßnahmen und stellen Sie die Kosten den möglichen Förderungen gegenüber.
  • Lassen Sie sich von Bau- und Handwerksunternehmen immer einen Kostenvoranschlag schicken.
  • Kalkulieren Sie die Kosten für die Sanierung Ihrer Immobilie lieber etwas höher, damit Sie später keine negativen Überraschungen erleben.
  • Haben Sie ein altes Haus zur Kapitalanlage erworben und lassen es sanieren, können Sie die Kosten für Handwerker und andere Dienstleister steuerlich absetzen. Erfahren Sie mehr dazu in unserem Ratgeber Steuerliche Abschreibungen von Immobilien.

Vor dem Kauf prüfen lassen: Lohnt sich die Sanierung eines alten Hauses?

Sie tragen sich mit dem Gedanken, ein altes Haus, etwa aus den 70er-Jahren oder einen Altbau zu kaufen und instand zu setzen? Vor Ihrer Kaufentscheidung empfehlen wir Ihnen dringend, sich von einem Immobiliensachverständigen beraten zu lassen. Andernfalls können die Sanierungs- oder Renovierungskosten für die Immobilie schnell Ihr Budget übersteigen. Spätestens aber nach dem Kauf und bevor Sie die Sanierungsmaßnahmen planen, sollten Sie das alte Haus auf Schäden und Baumängel prüfen lassen, um herauszufinden, welche Arbeiten am dringendsten sind.

Fundierte Entscheidungen treffen

Die Experten der Heid Immobilienbewertung stehen Ihnen mit Kompetenz und Fachkenntnis zur Seite. Wir unterstützen Sie dabei, eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen oder den Sanierungsaufwand Ihrer Immobilie richtig einzuschätzen:

Kostenlose Erstberatung durch unsere Gutachter

Kontaktieren Sie uns für ein kostenloses Erstgespräch. Bei der Heid Immobilien GmbH finden Sie sachkundige und zertifizierte Gutachter, die Ihre Immobilie gesetzeskonform und realistisch bewerten. Wir sind vertraut mit sämtlichen Arten von Grundstücks- und Immobilienbewertungen. Darüber hinaus sind wir qualifizierte Bausachverständige und können Ihnen nach einer Objektbegehung genau sagen, was zu renovieren ist, mit welchen Kosten Sie zu rechnen haben und ob sich das im Fall einer Vermietung wirtschaftlich lohnt. Nutzen Sie unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an unter 0800 - 90 90 282.

Bild von André Heid
Author:
André Heid
Position:
Geschäftsführer

IMMOBILIEN­BEWERTUNG

Ich habe den Datenschutz gelesen und verstanden.

Das könnte Sie auch interessieren
6 Phasen beim Hausverkauf ► Immobilie richtig verkaufen!
Jeder, der sein Haus verkaufen möchte, hat eine herausfordernde Zeit vor sich. Dieser Schritt sollte gut geplant sein – schließlich handelt es sich beim eigenen Heim nicht selten um den größten Vermögensgegenstand. Eine frühzeitige Vorbereitung bewahrt den Eigentümer vor folgenreichen Fehlentscheidungen. Wir bereiten Sie vor, damit Sie Ihre Immobilie richtig verkaufen. So endet das „Abenteuer“ Hausverkauf garantiert nicht im Desaster.
zum Artikel ->

Heid Immobilien GmbH

Heid Immobilienbewertung
Mitgliedschaften:
Deutscher Gutachter & Sachverständigenverband
VDI, Verband deutscher Ingenieure



Immobiliengutachter

Kompetente Experten vor Ort, die den Markt präzise einschätzen können, erzielen höhere Verkaufspreise.
Zusätzlich profitieren Sie von unseren schlanken und effizienten Prozessabläufen. Die hieraus resultierenden Preisvorteile geben wir gerne an unsere Kunden weiter.

Wertermittlung Kosten

Der Preis eines Gutachtens hängt vom Umfang und der Komplexität des Objektes ab. Neben der Wohn- und Grundfläche beeinflusst auch die Art der Immobilie (z.B. Wohn-, Geschäfts- oder Sonderimmobilie) die Kosten für das Gutachten. Die Auslagen für die Beschaffung von Dokumenten, die dem Besitzer nicht vorliegen, müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Informieren Sie sich kostenlos und unverbindlich!


Jetzt kostenlos beraten lassen   Kontakt

 

©2019 Heid-Immobilienbewertung.de. All rights reserved. | Magazin | Leistungen | Ratgeber | Impressum | AGB | Datenschutz | Kontakt

Ausgezeichnet.org
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren (Datenschutz)