Platzt die Immobilienblase 2026? Wie lange steigen die Preise für Wohnraum in überhitzten Bal­lungs­re­gio­nen noch? Wir erklären, wie eine Immobilienblase entsteht und warum aktuell kein Immobiliencrash in Deutschland zu befürchten ist.

Immobilien in neuer Wohnanlage
Wohnanlage in einem Neubaugebiet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Immobilienblase entsteht, wenn Immobilien auf dem Markt deutlich überbewertet werden. Sie platzt meist erst, wenn mehrere Faktoren zusammentreffen.
  • Im­mo­bi­li­en­bla­sen sind entweder fiskalinduziert oder kreditinduziert. Fis­kal­in­du­zier­te Im­mo­bi­li­en­bla­sen wie in Ostdeutschland zur Jahr­tau­send­wen­de werden von staatlichen Anreizen ausgelöst. Kre­dit­in­du­zier­te Im­mo­bi­li­en­bla­sen platzen in der Regel, wenn Darlehensnehmer ihre Baufinanzierung ohne ausreichende Sicherheiten bekommen haben und bei einer Zinserhöhung ihre Raten nicht mehr bedienen können.
  • Die A-Städte stoßen an ihre Grenzen. In Berlin, München und Co. steigen die Kaufpreise, während die Mietrenditen sinken.
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André Heid
Zertifizierte Im­mo­bi­li­en­gut­ach­ter nach DIN 17024 von TÜV, DEKRA, IHK, DIA und EIPOS bewerten Ihre Immobilie sachgemäß.

Was ist eine Immobilienblase?

Eine Immobilienblase ist eine Spe­ku­la­ti­ons­bla­se, die entsteht, wenn es auf dem Markt zu einer enormen Überbewertung von Immobilien kommt. Sie kann in eine globale Krise führen oder nur regionale oder nut­zungs­spe­zi­fi­sche Teilsegmente des Marktes, zum Beispiel Büroimmobilien, betreffen. Irgendwann erreicht der Markt den Gipfel und die Preise fallen. Die Immobilienblase platzt.

Diese Faktoren treiben Kaufpreise für Immobilien in die Höhe

Vier wesentliche Faktoren begünstigen eine Immobilienblase, auch in Deutschland:

  • Niedrige Zinsen machen aus Krediten ein Schnäppchen, da die Bauzinsen ebenfalls gering sind.
  • Steigende Einkommen kurbeln die Nachfrage an und sorgen dafür, dass sich mehr Menschen eine Immobilie leisten können.
  • Wirtschaftliche Lage: Konjunktur führt ebenso zu steigenden Im­mo­bi­li­en­prei­sen wie eine ansteigende Inflation.
  • Angebot und Nachfrage: Die Diskrepanz zwischen Immobilien, die auf dem Markt angeboten werden und nachgefragt werden, verstärkt die Bildung einer Immobilienblase. In immer mehr Großstädten herrscht Wohnraummangel, der durch weitere Zuzüge verschärft wird. Kommt die Stadt mit dem Wohnungsbau nicht hinterher, schießen die Preise aufgrund eines Nach­fra­ge­über­hangs weiter in die Höhe.

Symptome einer Immobilienblase

Im­mo­bi­li­en­bla­sen lassen sich an einigen Symptomen erkennen, die oftmals wie Zahnräder in­ein­an­der­grei­fen:

  • Überbewertung der Objekte,
  • geringe Bautätigkeit,
  • ungebremster Preisanstieg,
  • rasantes Wirt­schafts­wachs­tum (Brut­to­in­lands­pro­dukt),
  • Überschuldung der Haushalte,
  • Kreditvergabe ohne ausreichende Bonität,
  • unattraktive Geldanlagen (Aktien und andere Be­tei­li­gungs­ge­schäf­te sind riskanter, Sparen mangels Zinsen eher ein Verlustgeschäft).

„Betongold“ gilt noch immer als sichere Bank, während andere Geldanlagen nicht krisensicher beziehungsweise hochgradig spekulativ erscheinen oder nur eine magere Rendite abwerfen. In Zeiten, in denen Sparbücher eher Geldverlust bedeuten, Aktien in den Keller fallen und die Kaufpreise für Edelmetalle explodieren, investieren noch mehr Menschen in Immobilien als ohnehin schon und verknappen das Angebot dadurch weiter.

Wann eine Immobilienblase platzt

Die Geschichte kennt zwei Formen von Im­mo­bi­li­en­bla­sen: Solche, die durch staatliche Eingriffe ausgelöst werden und solche, die durch eine vergünstigte Finanzierung von Banken in einer Katastrophe münden.

Fis­kal­in­du­zier­te Immobilienblase

Eine fis­kal­in­du­zier­te Immobilienblase platzt beziehungsweise entsteht durch staatliche Eingriffe. Der Staat setzt steuerliche Anreize, die dafür sorgen, dass immer mehr Menschen ihr Geld in Immobilien anlegen. Gehen diese Anreize mit einer behäbigen Steuerung durch die Politik und einer langsamen Markt­ent­wick­lung einher, entwickelt sich der Immobilienmarkt fehlerhaft. Schließlich werden Immobilien zumindest in Deutschland nicht in Rekordzeit aus dem Boden gestampft, sondern erfordern eine weitsichtige Planung und langwierige Ge­neh­mi­gungs­pro­zes­se.

Kre­dit­in­du­zier­te Immobilienblase

Wenn die Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung stark vergünstigt wird, indem die Kreditgeber, um Geld zu scheffeln, Kunden mit geringer Bonität ein Darlehen gewähren, führt das zu einer steigenden Nachfrage nach Immobilien. Schließlich möchten viele Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden wahr werden lassen oder ihr Geld sicher in Betongold anlegen. Aufgrund der begrenzten Ressource Boden und einem damit eingeschränkten Angebot steigen die Im­mo­bi­li­en­prei­se. Der gleiche Mechanismus greift, wenn die Kosten von Krediten durch eine Senkung des Zinsniveaus deutlich günstiger werden. Bei konstant niedriger Belastung durch die Kre­dit­rück­zah­lung können sich plötzlich Menschen ein Haus leisten, die das normalerweise nicht könnten. Dies sind die zwei häufigsten Formen der kre­dit­in­du­zier­ten Immobilienblase. Sie gehen meist mit einem eher intransparenten Marktgeschehen mit geringer Regulierung einher.

So entstehen Immobilienblasen (Infografik)
Unsere Infografik zeigt, wie eine Immobilienblase entsteht und platzt.

Kauf­preis­stei­ge­rung, Miet­preis­stei­ge­rung, Zins

Die drei Komponenten Zins, Miet­preis­stei­ge­rung und Kauf­preis­stei­ge­rung beeinflussen einander. Ihr Zusammenspiel hat maßgeblichen Anteil daran, ob eine Immobilienblase platzt beziehungsweise entsteht.

Grundsätzlich steigt der Wert von Immobilien durch den Anstieg der Kaufpreise. Dadurch entsteht zunächst keine Blase, weil die Kauf­preis­stei­ge­run­gen durch den fundamentalen Cashflow der Immobilien gedeckt sind.

Auf Wohnimmobilien bezogen gilt: Die Bank gewährt kun­den­freund­li­che­re Zinskonditionen, je geringer ihr Risiko bei der Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung ist. Das Risiko ist umso geringer, je höher die Rendite und je niedriger der Faktor ist.

Rendite = jährliche Kaltmiete / Kaufpreis

Faktor = Kaufpreis / jährliche Kaltmiete

Voraussetzung ist, dass weitere Parameter zur verlässlichen Einschätzung der Bonität passen. Also zum Beispiel, dass der Haushalt ein gesichertes, regelmäßiges Einkommen aufweist und nicht überschuldet ist.

Der Verkehrswert einer Immobilie ergibt sich nach Berechnung mittels Er­trags­wert­ver­fah­rens grob vereinfacht aus dem Jahresrohertrag (= Miete + umlagefähige Betriebskosten), der mit einem Multiplikator multipliziert wird. Der Zins hat eine sehr große Auswirkung auf diesen Multiplikator und kann den Immobilienpreis dadurch drastisch bewegen.

Sofern nun die Verkaufspreise schneller steigen als die Mietpreise, sind die Im­mo­bi­li­en­prei­se nicht mehr durch den fundamentalen Sachwert gedeckt. Man kann behaupten, dass gleichermaßen steigende Mieten bei steigenden Im­mo­bi­li­en­prei­sen die Entstehung einer Immobilienblase verhindern, weil die hohen Kaufpreise gerechtfertigt sind. Kommt es in bestimmten Regionen oder für spezielle Arten von Immobilien (Assets) durch Spekulationen zu einer deutlichen Überbewertung, erreicht der Markt irgendwann seinen Höchststand. Dann platzt die Immobilienblase und die Preise fallen – meist rapide innerhalb einer kurzen Zeit.

Auslöser einer Immobilienblase setzen Spirale in Gang

Die Gründe beziehungsweise Auslöser dafür sind vielfältig. Oft führt einer zum anderen und setzt die Abwärtsspirale richtig in Gang:

  • Haushalte verschulden sich zu stark,
  • Zinsen steigen,
  • Banken vergeben keine leichtfertigen Kredite mehr, sondern finanzieren Immobilien nur noch bei sehr hohem Eigenkapital,
  • die Nachfrage sinkt (zum Beispiel, weil viele potenzielle Käufer mit weiter fallenden Preisen rechnen),
  • mehr Eigentümer befürchten einen Wertverlust und wollen noch rechtzeitig verkaufen,
  • die Bautätigkeit steigt,
  • Banken gehen in Konkurs.

Wenn immer mehr Menschen ihr Geld in Immobilien anlegen möchten, entsteht ein Nach­fra­ge­über­hang. Eine hohe Nachfrage trifft auf wenig Angebot. Die Im­mo­bi­li­en­prei­se steigen, während die Renditen sinken, da die Mieten nicht in gleichem Maße ansteigen. Der Immobilienmarkt überhitzt. Seine Teilnehmer sind bereit, zu hohe Preise zu zahlen. Die geringen Ei­gen­ka­pi­tal­quo­ten bei der Dar­le­hens­ver­ga­be und die Nied­rig­zins­pe­ri­ode kurbeln diese Entwicklung weiter an.

Können durch sich ändernde Umstände Darlehen und Kredite vermehrt nicht mehr bedient werden, kann die Immobilienblase platzen. Solche Umstände sind beispielsweise eine signifikant sinkende Kaufkraft oder Wirt­schafts­leis­tung sowie Eingriffe der Politik in den Immobilienmarkt, Stichwort Mietpreisbremse oder Mietendeckel.

Einer oder mehrere Auslöser sorgen für einen abrupten Nachfrage-Stopp. Im­mo­bi­li­en­ver­käu­fer bekommen nicht mehr den Kaufpreis, den sie gezahlt haben. Ist die Zinsbindung für die erste Hauskauf- oder Baufinanzierung ausgelaufen, platzt eine An­schluss­fi­nan­zie­rung, weil der Marktwert und damit der Beleihungswert der Immobilie nicht mehr im Einklang mit der benötigten Darlehenshöhe steht. An dieser Stelle schlägt das Zins­än­de­rungs­ri­si­ko unerbittlich zu: Banken besinnen sich zurück auf hohe Ei­gen­ka­pi­tal­quo­ten bei Bau­fi­nan­zie­run­gen – und verlangen zudem bei An­schluss­fi­nan­zie­run­gen höhere Zinsen. Wer die plötzlich höhere Rate nicht bedienen kann, muss – zu schlechteren Konditionen – verkaufen.

Hat sich ein Kreditnehmer übernommen und kann seinen Rückzahlungen nicht mehr nachkommen, kommt es in der Regel bereits bei der zweiten nicht bedienten Monatsrate zur Zwangs­ver­stei­ge­rung. Häufen sich die Zwangs­ver­stei­ge­run­gen, gesellen sich meist noch Panikverkäufe hinzu und die Immobilienblase platzt. Im schlimmsten Fall führt die Menge der Zwangs­ver­stei­ge­run­gen zu einer Bankenpleite, die wiederum eine Pleitewelle auslösen kann, wie wir sie in der von den USA ausgehenden Finanzkrise 2007/2008 erlebt haben.

Geplatzte Immobilienblasen (Infografik)
Sechs historische Im­mo­bi­li­en­bla­sen samt Auslöser, der sie zum Platzen brachte.

Keine Immobilienblase in Deutschland

Ein Immobiliencrash droht Deutschland momentan nicht. Die einzelnen Faktoren, die eine Immobilienblase auszeichnen und zum Platzen bringen, sind derzeit kaum gegeben.

  • Für 2026 erwarten Wirt­schafts­exper­ten² einen moderaten Preisanstieg von drei bis vier Prozent. Die Mieten werden voraussichtlich auf einem ähnlichen Level steigen. Das typische Muster einer Immobilienblase sind jedoch exponentielle Preis­stei­ge­run­gen.
  • Die Nachfrage bleibt in vielen Regionen hoch, aber die Bautätigkeit bleibt begrenzt. Ein Nach­fra­ge­über­hang kann Preiserhöhungen begünstigen, ist aber allein kein eindeutiger Indikator für eine Blase, sondern eher ein struktureller Markt­un­gleich­ge­wicht.
  • Kre­dit­kon­di­tio­nen sind restriktiver als in der Nied­rig­zins­pha­se. Strengere Bo­ni­täts­prü­fun­gen begrenzen eine inflationäre Kreditvergabe, die sonst häufig mit Blasenbildungen einhergeht. Dies spricht gegen eine klassische Immobilienblase.
  • Das Preisgefüge bei Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en hat sich nach der Corona-Pandemie und in Anbetracht der politischen und wirt­schaft­li­chen Weltmarktlage grundlegend geändert. Lo­gis­tik­im­mo­bi­li­en boomen weiter, während Bürokomplexe vor allem in Metropolen leerstehen³ und (Einzel-)Han­dels­im­mo­bi­li­en durch verändertes Konsum- und Be­stell­ver­hal­ten an Attraktivität und Wert verlieren (Ausnahme: Fach­markt­zen­tren). Erst 2025 zeigten sich nach mehrjährigem Preissturz und Leerstand erste Sta­bi­li­sie­rungs­ten­den­zen.
  • In Großstädten mit sehr angespanntem Immobilienmarkt beobachten wir in­fla­ti­ons­be­ding­te Preisrückgänge. Das deutet auf Markt­kor­rek­tu­ren in A-Lagen wir München und Frankfurt am Main hin – und spricht gegen eine Immobilienblase in Deutschland.

Eine Immobilienblase entsteht klassisch, wenn Preis­stei­ge­run­gen nicht durch fundamentale Faktoren wie Mieteinnahmen, Einkommen oder demografische Nachfrage gedeckt sind. Aktuelle Analysen zeigen, dass Preis­stei­ge­run­gen oft durch Knappheit und Nachfrage erklärt werden könne. Das sind fundamentale Markt­be­din­gun­gen und keine spekulativen Übertreibungen, wie es sie in den Vorjahren nach der Corona-Pandemie durchaus gegeben hat.

André Heid

Was wir 2026 sehen, ist eher ein gesunder Realitätscheck des Marktes.

Ing. André Heid M.Sc.

Immobilien jetzt kaufen, halten oder verkaufen?

Wer Immobilien sein Eigen nennt, sollte strategisch vorgehen. Eigentümer können weiterhin mit wertstabilen Immobilien rechnen, insbesondere bei guter Lage. Ein Verkauf lohnt sich erst zu einem Zeitpunkt, wenn Sie die Immobilie zum Beispiel steuerfrei veräußern oder sich mit dem Erlös eine größere Immobilie kaufen können. Eine pauschale Hand­lungs­emp­feh­lung ist schwierig, da eine Investition in Immobilien, oder die Trennung von einer solchen, oft an die individuelle Lebenssituation geknüpft ist.

Ein Immobilienkauf ist sinnvoll, wenn die In­ves­ti­ti­ons­pa­ra­me­ter (Rendite, Standort, Faktor, Nachfrage) stimmen. Kauf­in­ter­es­sen­ten sollten Finanzierung und Wertermittlung sorgfältig prüfen. Ein neutraler DIN 17024 zertifizierter Sach­ver­stän­di­ger berzogene Kaufpreise lassen sich durch ein unabhängiges Ver­kehrs­wert­gut­ach­ten realistisch einordnen.

Fordern Sie unsere Kaufberatung an, bevor Sie Ihre Investition womöglich bereuen, weil sich das vermeintliche Schnäppchen als Investitionen verschlingendes Geldgrab herausstellt. Wir beraten Sie übrigens gerne auch beim Kauf von Aus­lands­im­mo­bi­li­en. Unsere internationalen Spezialisten ermitteln den Wert Ihres Bauprojekts in Dubai, Ihrer Stadtwohnung in Paris, Ihrer Finca auf den Balearen, Ihres Ferienhauses in Kroatien oder wo auch immer Sie unsere Immobilien-Expertise benötigen.

Wir beraten Sie kostenlos, gleich anrufen:
0800 - 909 02 82 oder Formular abschicken:
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André Heid
Zertifizierte Im­mo­bi­li­en­gut­ach­ter nach DIN 17024 von TÜV, DEKRA, IHK, DIA und EIPOS bewerten Ihre Immobilie sachgemäß.

Häufige Fragen zur Immobilienblase

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die sich darum drehen, ob und wann die Immobilienblase platzt.

Wie unterscheiden sich Leitzins, Basiszinssatz und Diskontsatz?

Der Leitzins ist der Zinssatz, den eine Zentral- oder Notenbank für ihre Geschäfte mit anderen Banken festlegt. Er dient als geld- oder wäh­rungs­po­li­ti­sches Steue­rungs­in­stru­ment, beeinflusst das Wirt­schafts­wachs­tum und die Ar­beits­lo­sen­quo­te.

Der Diskontsatz wird ebenfalls von der Zentralbank festgelegt. Er sagt aus, für wie viel Prozent Zinsen ein Kreditinstitut Wechsel an die Zentralbank verkaufen kann, um sich kurzfristig Liquidität zu sichern. Unter Wechsel versteht man Wertpapiere, die, quasi als Urkunde, die Zahlungspflicht des Käufers bescheinigen. 1999 wurde der Diskontsatz in Deutschland und Österreich abgeschafft und durch den Basiszinssatz ersetzt.

Der Basiszinssatz wird zur Bewertung von Ka­pi­tal­dienst­leis­tun­gen herangezogen. Dieser variable Zinssatz wird von der Deutschen Bundesbank und der Ös­ter­rei­chi­schen Nationalbank nach den Vorschriften der Europäischen Zentralbank halbjährlich neu berechnet und verkündet. Er liegt unter dem Leitzins, hängt aber maßgeblich von dessen Höhe ab.

Wann werden Immobilien wieder billiger?

In absehbarer Zeit werden Immobilien nicht günstiger. Dies geschieht erst, wenn einerseits die Zinsen steigen und andererseits zu viele Immobilien gleichzeitig auf den Markt kommen. Wenn Anleger mit einem Wertverlust beziehungsweise einer Preisreduktion rechnen und ihr Geld nicht mehr in Immobilien anlegen, können diese günstiger werden. Dann müssen verkaufswillige Eigentümer die Preise für ihre Immobilien senken, um sie zu verkaufen. In der aktuellen Wirtschaftslage ist nicht zu erwarten, dass Immobilien wieder günstiger werden. Auf Grund der Inflation versuchen eher noch mehr Menschen ihr Vermögen zu retten, indem Sie in Betongold investieren. Lediglich Eingriffe der Politik ins Marktgeschehen können diesen Effekt derzeit provozieren.

Wird Wohneigentum noch teurer?

In Ballungszentren, Me­tro­pol­re­gio­nen und boomenden Märkten werden Ei­gen­tums­woh­nun­gen, Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser noch teurer. Die Nachfrage ist ungebrochen. Im europäischen Vergleich ist das Preisniveau für Wohneigentum in Deutschland eher im Mittelfeld angesiedelt. Es drängen weiterhin viele ausländische Investoren auf den deutschen Markt. Immobilien gelten weiterhin als krisenfeste Investitionen. Langfristige Effekte können dazu führen, dass die Nachfrage nach Ei­gen­tums­woh­nun­gen und Wohnhäusern im Umland der Großstädte steigt, da viele Menschen weitere Anfahrten zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen.

Warum steigen die Im­mo­bi­li­en­prei­se trotz Zinsen weiterhin?

Der stetige Preisanstieg für Immobilien wird derzeit vor allem durch Knappheit im Wohnungsbau, hohe Baukosten und nachhaltige Nachfrage getrieben. Gleichzeitig wirken sich Zinserhöhungen dämpfend auf das Kaufverhalten aus. Das stabilisiert den Markt. Die steigende Wohn­bau­för­de­rung nimmt zusätzlich Druck heraus.

Welche Regionen zeigen Übertreibungen?

Einzelne Großstädte mit hoher Nachfrage, etwa München, Hamburg oder Frankfurt, zeigen lokal erhöhte Preisniveaus. Doch auch hier ist die Dynamik deutlich abgeflacht. Experten sprechen eher von einer Marktanpassung statt einer Immobilienblase in diesen A-Standorten.