Wie rentabel ist eine Immobilie wirklich? Die Net­to­an­fangs­ren­di­te liefert eine klare Antwort und zählt deshalb zu den wichtigsten Kennzahlen bei der Bewertung von Renditeobjekten.

Was ist die Net­to­an­fangs­ren­di­te?

Die Net­to­an­fangs­ren­di­te (NAR) ist eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Wirt­schaft­lich­keit einer Immobilie. Sie wird bei der Berechnung der Mietrendite herangezogen und zeigt, wie viel Rendite mit der Immobilie erzielt wird, nachdem laufende, nicht umlagefähige Kosten von den Mieteinnahmen abgezogen wurden. Sie gibt Auskunft über die tatsächliche Ertragskraft einer Immobilie zu Beginn der Investition.

Die Definition und Berechnung der Net­to­an­fangs­ren­di­te basiert auf dem Standard der Gesellschaft für im­mo­bi­li­en­wirt­schaft­li­che Forschung (gif). Dabei werden die Netto-Mieteinnahmen ins Verhältnis zum Brutto-Kaufpreis (Kaufpreis plus Er­werbs­ne­ben­kos­ten) gesetzt. Folgende Kosten werden von den tatsächlichen Mieteinnahmen abgezogen, um die Netto-Mieteinnahmen zu ermitteln:

  • Betriebskosten (sofern nicht auf Mieter umlagefähig)
  • ob­jekt­spe­zi­fi­sche Ver­wal­tungs­kos­ten
  • In­stand­hal­tungs­kos­ten
  • sonstige nicht umlagefähige Be­wirt­schaf­tungs­kos­ten

Wichtig: Nicht berücksichtigt wird dagegen das Miet­aus­fall­wag­nis, das beispielsweise bei der Ermittlung des Jah­res­rein­ertrags nach ImmoWertV einkalkuliert wird.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Net­to­an­fangs­ren­di­te?

Der Unterschied zwischen Brutto- und Net­to­an­fangs­ren­di­te liegt in der Be­rück­sich­ti­gung der laufenden Kosten. Die Brut­to­an­fangs­ren­di­te (BAR) setzt lediglich die Jahresmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis. Die Net­to­an­fangs­ren­di­te berücksichtigt zusätzlich nicht umlagefähige Be­wirt­schaf­tungs­kos­ten wie Verwaltung und Instandhaltung. Dadurch ist sie deutlich realitätsnäher und spiegelt den tatsächlichen Ertrag für den Eigentümer wider.

Die Bruttorendite bietet eine grobe Orientierung und eignet sich damit vor allem für eine erste Marktübersicht. Die Net­to­an­fangs­ren­di­te hingegen wird für präzise Analysen, In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen und die Erstellung von Gutachten nach dem Er­trags­wert­ver­fah­ren verwendet.

Wie berechne ich die Net­to­an­fangs­ren­di­te?

Die Net­to­an­fangs­ren­di­te berechnen Sie, indem Sie die Netto-Mieteinnahmen (also die Jahresmiete abzüglich nicht umlagefähiger Kosten) durch den Brutto-Kaufpreis (Kaufpreis inklusive Er­werbs­ne­ben­kos­ten) teilen. Das Ergebnis wird in Prozent angegeben und zeigt die tatsächliche Anfangsrendite der Immobilie.

Die Formel für die Berechnung der Net­to­an­fangs­ren­di­te lautet also:

Net­to­an­fangs­ren­di­te (%) = (Netto-Mieteinnahmen / Brutto-Kaufpreis) × 100

Beispiel zur Berechnung der Net­to­an­fangs­ren­di­te:

Angenommen, Sie kaufen eine vermietete Ei­gen­tums­woh­nung für 300.000 Euro. Die Er­werbs­ne­ben­kos­ten (Notar, Grund­er­werb­steu­er und Maklercourtage) betragen 30.000 Euro, also liegt der Brutto-Kaufpreis bei 330.000 Euro.

Die Jah­res­miet­ein­nah­men betragen 15.000 Euro. Davon ziehen Sie nicht umlagefähige Kosten wie Instandhaltung (1.000 Euro), Verwaltung (500 Euro) und sonstige Be­wirt­schaf­tungs­kos­ten (500 Euro) ab. Die Netto-Mieteinnahmen betragen somit 13.000 Euro.

Berechnung:
Net­to­an­fangs­ren­di­te = (13.000 € / 330.000 €) × 100 = 3,94 %

Sie erzielen mit dieser Immobilie also eine Net­to­an­fangs­ren­di­te von 3,94 Prozent.

Was sagt die Net­to­an­fangs­ren­di­te aus?

Wenn Sie Ihre Net­to­an­fangs­ren­di­te berechnen, hilft Ihnen das Ergebnis, die Wirt­schaft­lich­keit und das Risiko Ihrer Investition realistisch einzuschätzen. Generell gilt: Je höher die Rendite, desto mehr Gewinn scheint möglich. Allerdings steigt mit einer höheren Rendite meist auch das Risiko der Investition. Eine gute Net­to­an­fangs­ren­di­te liegt in der Regel zwischen 3 und 6 Prozent, abhängig von Lage, Objektart und Risikoprofil.

Wichtig ist, die Zahl nicht isoliert zu betrachten. Die Net­to­an­fangs­ren­di­te liefert zwar einen ersten Anhaltspunkt, doch für eine fundierte Bewertung sollten Sie weitere Kennzahlen wie den Lie­gen­schafts­zins­satz, den Kaufpreisfaktor, die Wertentwicklung oder die Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te heranziehen. Erst die Kombination mehrerer Faktoren ergibt ein realistisches Bild der tatsächlichen Rentabilität Ihrer Immobilie.

Wann brauche ich die Net­to­an­fangs­ren­di­te?

Die Net­to­an­fangs­ren­di­te ist eine hilfreiche Kennzahl, um in verschiedenen Situationen fundierte Entscheidungen rund um Immobilien treffen zu können, zum Beispiel:

  • Bei der Wertermittlung von Renditeobjekten nach dem Er­trags­wert­ver­fah­ren
  • Zum Vergleich mehrerer Objekte im Zuge einer In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dung oder Port­fo­lio­be­wer­tung
  • Zur objektiven Einschätzung der Wirt­schaft­lich­keit einer vermieteten Immobilie
  • Für Banken, Investoren und Sachverständige als Ent­schei­dungs­grund­la­ge
  • Bei der steuerlichen Wertermittlung von Immobilien etwa bei der Bewertung für das Finanzamt
  • Im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung bei Im­mo­bi­li­en­trans­ak­tio­nen
  • Als Argument in Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen, besonders bei vermieteten Wohn- oder Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en

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