Kaum ein Faktor beeinflusst den Wert und die Zu­kunfts­fä­hig­keit einer Immobilie so stark wie das Kriterium der Lage. Ob für Eigennutzer oder Kapitalanleger: Die Lage einer Immobilie entscheidet über Nachfrage, Lebensqualität, Mietpotenzial und Werterhalt.

Was ist das Kriterium der Lage bei Immobilien?

Das Kriterium der Lage beschreibt den geografischen Standort einer Immobilie und ihr räumliches Umfeld. Sie beeinflusst maßgeblich die Erreichbarkeit, Nutzbarkeit und Attraktivität einer Immobilie. Das Kriterium der Lage ist unabhängig von Baujahr oder Zustand und zählt zu den wert­be­stim­men­den Faktoren bei der Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung. Unterschieden wird zwischen Makrolage (Region, Stadt, Infrastruktur) und Mikrolage (Nachbarschaft, direkte Umgebung, Ausblick, Lärmpegel).

Warum ist das Kriterium der Lage so wichtig?

Die Lage einer Immobilie beeinflusst eine Vielzahl zentraler Faktoren, die für Eigentümer, Käufer und Kapitalanleger gleichermaßen relevant sind:

  • Marktwert der Immobilie und Wertentwicklung: Die Lage bestimmt maßgeblich den aktuellen Preis und das langfristige Wertpotenzial einer Immobilie.
  • Nachfrage und Vermietbarkeit: In guten Lagen sind Immobilien stärker nachgefragt und lassen sich leichter sowie zu besseren Konditionen vermieten. Eine Immobilie in sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gem Zustand in schlechter Lage leider hingegen oft unter Leerstand.
  • Fi­nan­zie­rungs­vor­tei­le: Banken stufen Immobilien in gefragten Lagen als wertstabiler ein und vergeben dafür oft günstigere Kredite.
  • Lebensqualität: Eine gute Lage mit ausgebauter Infrastruktur, kurzen Wegen zu Einkauf, Bildung und medizinischer Versorgung steigert den Wohnkomfort – für Eigennutzer wie für Mieter.
  • Sicherheit für Kapitalanleger: Immobilien in begehrten Wohngegenden bleiben auch bei Markt­schwan­kun­gen stabil im Wert und bieten eine bessere Chance auf langfristige Mieteinnahmen und höhere Verkaufserlöse.
André Heid

Eine gute Lage lässt sich nicht nachrüsten. Deshalb sollte sie bei jeder Im­mo­bi­li­en­ent­schei­dung an erster Stelle stehen – ob für Eigennutzer oder Investoren.

Dipl. Ing. André Heid M.Sc.

Wie wirkt sich das Kriterium der Lage auf den Immobilienwert aus?

Die Lage ist ein wesentlicher Faktor für den Immobilienwert. In gefragten Wohngegenden oder wirt­schafts­star­ken Regionen lassen sich deutlich höhere Preise erzielen als in struk­tur­schwa­chen oder schlecht angebundenen Lagen. Als Faustformel gilt: Je besser die Lage, desto höher der Immobilienwert.

Wie lässt sich die Lage einer Immobilie bewerten?

Die Bewertung der Lage basiert auf einer Kombination aus objektiven Stand­ort­fak­to­ren und individuellen Bedürfnissen. Denn während einige Kriterien klar messbar sind, spielt auch das persönliche Wohlbefinden eine zentrale Rolle.

Zu den wichtigsten objektiven Be­wer­tungs­fak­to­ren zählen:

  • Miet­preis­spie­gel: Gibt Auskunft über die ortsübliche Vergleichsmiete und zeigt, wie begehrt eine Wohngegend ist.
  • Bodenrichtwert: Spiegelt das durch­schnitt­li­che Preisniveau von Grundstücken in einer Region wider. Ein hoher Wert deutet auf eine gefragte Lage hin.
  • Flä­chen­nut­zungs­plan: Zeigt, wie sich die Umgebung künftig entwickeln soll – etwa durch neue Wohngebiete, Gewerbeflächen oder In­fra­struk­tur­pro­jek­te.
  • Infrastruktur: Schulen, Ärzte, Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten und ÖPNV-Anbindung sind zentrale Stand­ort­vor­tei­le.
  • Ver­kehrs­an­bin­dung: Nähe zu Bundesstraßen, Au­to­bahn­auf­fahr­ten, Bahnhöfen oder Flughäfen erleichtert die Mobilität.
  • Sicherheit und Image: Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­ti­ken und der Ruf des Viertels geben weitere Hinweise auf die Lagequalität.
  • Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al: Regionen mit positiver wirt­schaft­li­cher Entwicklung, Zuzug oder großen Bauprojekten bieten oft eine höhere Wertsteigerung.

Bei Hauskauf und Im­mo­bi­li­en­ver­kauf empfiehlt sich ein kompaktes Kurzgutachten, bei steuerlichen oder juristisch relevanten Fragestellungen ein umfangreiches und rechtssicheres Ver­kehrs­wert­gut­ach­ten. Die öffentlich bestellten und vereidigten Sach­ver­stän­di­gen der Heid Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung berücksichtigen alle relevanten Lagefaktoren und binden diese transparent in die Wertermittlung des Objektes ein.

Das Kriterium der Lage: Einteilung in A-, B- oder C-Lage

Die Einteilung in A-, B- und C-Lagen ist eine gängige Methode, um Im­mo­bi­li­en­stand­or­te anhand ihrer Attraktivität und Marktrelevanz zu klassifizieren. Diese Einteilung dient insbesondere Kapitalanlegern als Orientierung bei der Standortwahl.

  • A-Lagen befinden sich meist in zentralen, wirt­schafts­star­ken Städten (z. B. Berlin, München, Hamburg), mit hoher Nachfrage und stabilen Preisen.
  • B-Lagen liegen oft in gut angebundenen Randgebieten oder mittelgroßen Städten mit solidem Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al.
  • C-Lagen sind struk­tur­schwä­che­re Regionen mit geringerer Nachfrage, dafür aber oft mit günstigerem Einstiegspreis.

Wie finde ich die richtige Immobilienlage für mich?

Die richtige Lage hängt stark von Ihren persönlichen Bedürfnissen und Lebensumständen ab. Alter, Familienstand, Beruf und Zukunftspläne spielen eine zentrale Rolle bei der Entscheidung. Überlegen Sie daher zunächst, was für Sie wirklich wichtig ist – etwa Ruhe, Infrastruktur, Naherholung oder Nähe zu sozialen Kontakten – und priorisieren Sie Ihre Anforderungen.

Sobald Sie ein bestimmtes Objekt im Auge haben, sollten Sie sich gründlich über die Region und deren Perspektiven informieren. Besonders wichtig: Machen Sie sich vor Ort selbst ein Bild. Wie wirkt die Nachbarschaft auf Sie? Fühlen Sie sich dort wohl und sicher? Passt das Umfeld zu Ihrem Alltag und Ihren Anforderungen? Auch eine fundierte Kaufberatung kann dabei helfen, Chancen und Risiken der Lage objektiv einzuschätzen.