Als Rohbau bezeichnet man den unfertigen Bauzustand eines Gebäudes, bei dem die äußere Gebäudehülle bereits fertiggestellt ist – also Fundament, tragende Wände, Decken und Dach­kon­struk­ti­on sowie der Keller. Es fehlen noch der Innenausbau, technische Installationen und alle Ober­flä­chen­ar­bei­ten.

Was zählt zu den typischen Rohbauarbeiten?

Zu den typischen Rohbauarbeiten zählen:

  • Erdarbeiten (Aushub, Fundament)
  • Beton- und Mau­er­werks­ar­bei­ten (Wände, Decken)
  • Dachstuhl oder Flach­dach­kon­struk­ti­on
  • Fenster und Türen
  • Abdichtungen und erste Dämmmaßnahmen

Nicht Bestandteil des Rohbaus sind:

  • Heizungs-, Sanitär- und Elek­tro­in­stal­la­tio­nen
  • Estrich, Putz, Fliesen oder Bodenbeläge
  • Maler- und Ta­pe­zier­ar­bei­ten

Wann ist ein Rohbau fertig?

Ein Rohbau gilt als abgeschlossen, wenn das Gebäude regendicht ist – also Dach, Wände und Fens­ter­öff­nun­gen geschlossen sind. In der Praxis wird der Zustand auch als „dichtes Haus“ oder „geschlossener Rohbau“ bezeichnet.

Wie lange dauert ein Rohbau?

Das hängt vom Gebäudetyp ab. Bei einem Einfamilienhaus dauert der Rohbau etwa 4 bis 6 Wochen. Komplexe Projekte brauchen deutlich länger.

Wie viel kostet ein Rohbau?

Die Kosten für einen Rohbau hängen von mehreren Faktoren ab – insbesondere von:

  • der Gebäudegröße (Quadratmeter Wohnfläche oder Nutzfläche),
  • der Bauweise (Massivbau, Holzständerbau etc.),
  • der Bauqualität (Standard, gehoben, Luxus),
  • den regionalen Baupreisen,
  • und dem aktuellen Baustand (Inflation, Materialkosten, Hand­wer­ker­ver­füg­bar­keit).

Praxistipp: Holen Sie in jedem Fall mehrere Angebote un­ter­schied­li­cher Baufirmen ein. Diese sollten idealerweise detaillierte Leis­tungs­be­schrei­bun­gen beinhalten. Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Referenzen, Bauzeiten, Zah­lungs­mo­da­li­tä­ten und Ge­währ­leis­tun­gen. Ein vermeintlich günstiges Angebot kann durch versteckte Zusatzkosten später teurer werden als ein auf den ersten Blick höherer Festpreis.

Welche Bedeutung hat der Rohbau für die Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung?

Ein Rohbau ist ein wichtiger Meilenstein im Bauprozess – aber auch ein sensibles Be­wer­tungs­ob­jekt, da zu diesem Zeitpunkt strukturelle Baumängel oft noch gut sichtbar sind. Ein Rohbau erlaubt Gutachtern, den baulichen Zustand unverfälscht zu beurteilen.

In der Wertermittlung hat der Rohbau eine besondere Relevanz:

Tipp: Unsere zertifizierten und öffentlich bestellten Gutachter bewerten bundesweit auch unvollendete Gebäude. Ein professionelles Wertgutachten gibt Ihnen Sicherheit – egal ob Sie kaufen oder verkaufen, das Bauprojekt erweitern oder modernisieren wollen.

Was kommt nach dem Rohbau?

Nach dem Rohbau beginnt der sogenannte Innenausbau. Diese Ausbauphase schließt direkt an die Fertigstellung des Rohbaus an, sobald das Gebäude „wetterfest“ ist.

Typische Schritte nach dem Rohbau:

  • Innenputz & Estrich
  • Elektro-, Heizungs- und Sa­ni­tär­in­stal­la­ti­on
  • Dämmung und Trockenbau
  • Boden- und Wandbeläge
  • Außenputz & Fas­sa­den­ge­stal­tung
  • Außenanlagen & Garten