Die Gemarkung ist die größte Gebietseinheit im Liegenschaftskataster und umfasst mehrere Flure und Flurstücke. Der Begriff geht ursprünglich auf das Wort Grenze zurück und bezeichnete ein Gebiet, das als zusammengehörig betrachtet wurde. Gemarkungen tragen meist den Namen einer Stadt, Gemeinde oder eines Ortsteils. Sie entsprechen jedoch nicht den heutigen Verwaltungsgrenzen.
Was ist eine Gemarkung und wann spielt sie eine Rolle?
Eine Gemarkung ist ein klar abgegrenzter Katasterbezirk, der mehrere Flure und Flurstücke umfasst und der eindeutigen Zuordnung sowie Verwaltung aller Grundstücke im Liegenschaftskataster dient.
Die Gemarkung erfüllt mehrere wichtige Funktionen:
- Vermessungstechnische Zuordnung aller Flächen im Kataster
- Grundlage für das Grundbuch, in dem jedes Grundstück mit Gemarkung, Flur und Flurstück geführt wird
- Verwaltungs- und Besteuerungsgrundlage für Städte, Gemeinden und Finanzämter
- Rechtssicherheit bei Eigentumsübertragungen, Verkäufen oder Teilungen
Gemarkungen sichern damit die räumliche Ordnung des Grundbesitzes und sind unentbehrlich für Bauleitplanung, Immobilienbewertung und Erstellung eines Verkehrswertgutachtens.
Wie ist eine Gemarkung aufgebaut?
Eine Gemarkung gliedert sich hierarchisch in:
- Gemarkung: größter Katasterbezirk (z. B. München-Trudering)
- Flur: Teilbereich innerhalb der Gemarkung
- Flurstück: kleinste vermessungstechnische Einheit
Damit bildet die Gemarkung die oberste Ordnungsebene im Katasterwesen. Alle Flurstücke einer Gemarkung sind fortlaufend nummeriert und in der Liegenschaftskarte verzeichnet.
Wie wird eine Gemarkung bezeichnet?
Gemarkungsnamen orientieren sich in der Regel an Orts- oder Gemeindebezeichnungen.
Beispiele:
- Gemarkung Berlin-Mitte
- Gemarkung Hamburg-Eppendorf
- Gemarkung Köln-Rodenkirchen
In ländlichen Gebieten entspricht die Gemarkung häufig der ehemaligen Gemeindegrenze vor Gebietsreformen. Die offiziellen Bezeichnungen werden von den Katasterbehörden der Länder geführt.
Wie kann ich die Gemarkung meines Grundstücks herausfinden?
Die Gemarkung ist in mehreren amtlichen Dokumenten angegeben, insbesondere in:
- dem Grundbuchauszug (im Bestandsverzeichnis),
- der Liegenschaftskarte (Flurkarte),
- dem Auszug aus dem Liegenschaftskataster (ALKIS-Auszug).
Sie wird dort stets gemeinsam mit der Flur- und Flurstücksnummer genannt, um jedes Grundstück eindeutig zu identifizieren.
Beispiel: Gemarkung München-Trudering, Flur 15, Flurstück 274/3
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Wie entstehen neue Gemarkungen oder Änderungen?
Neue oder geänderte Gemarkungen entstehen durch:
- Kommunale Gebietsreformen,
- Neugründung von Ortsteilen,
- Katasterneuordnungen (z. B. Flurbereinigung, Erschließungsmaßnahmen)
Änderungen erfolgen durch die Katasterbehörde des jeweiligen Bundeslandes und werden im amtlichen Vermessungsregister veröffentlicht. Alte Namen oder Zuordnungen werden archiviert, damit sie weiterhin nachvollziehbar bleiben.
Was ist der Gemarkungsschlüssel?
Der Gemarkungsschlüssel ist ein amtlicher Zahlencode, mit dem jede Gemarkung in Deutschland eindeutig identifiziert wird. Er besteht in der Regel aus vier bis sechs Ziffern, die aus dem Amtlichen Regionalschlüssel (ARS) abgeleitet sind.
Beispiel: Gemarkung München-Trudering → Gemarkungsschlüssel: 098707
- „09“ steht für Bayern
- „8707“ für die Gemarkung innerhalb des Landkreises oder der Stadt