Wo Menschen leben, arbeiten oder sich erholen, entsteht Siedlungsfläche. Etwa durch neue Wohnhäuser, Gewerbebauten, Kliniken oder Grünanlagen. Der Umfang der Siedlungsfläche zeigt, wie intensiv eine Region genutzt wird.

Was ist die Siedlungsfläche? Definition

Die Siedlungsfläche bezeichnet alle Flächen, die dem dauerhaften Aufenthalt von Menschen dienen. Dazu zählen bebautes Land für Wohn-, Industrie- und Gewerbezwecke, Flächen gemischter Nutzung (z. B. Mischgebiete mit Wohnhäusern und Ge­wer­be­be­trie­ben), Flächen besonderer funktionaler Prägung (z. B. Uni­ver­si­täts­ge­län­de oder Klinikareale) sowie unbebaute Sied­lungs­frei­flä­chen.

Sied­lungs­frei­flä­chen umfassen:

  • Spiel- und Sportplätze
  • Parks, Grünanlagen und Er­ho­lungs­flä­chen
  • Gärten und Grünflächen innerhalb von Wohngebieten
  • Friedhöfe
  • Campingplätze
  • Flächen für technische Infrastruktur wie Wasser- und Stromversorgung
  • unbebaute Grundstücke, die einer Sied­lungs­nut­zung zugeordnet sind

Was ist die Siedlungs- und Verkehrsfläche?

Häufig ist im Kontext der Siedlungsfläche auch von der Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV) die Rede. Der Unterschied zur Siedlungsfläche besteht darin, dass die SuV zusätzlich auch Verkehrsflächen beinhaltet. Dazu gehören zum Beispiel Flächen für Straßen und Wege, Bahn- und Schiffsverkehr.

Wie wird die Siedlungsfläche in Deutschland erfasst?

Die Siedlungsfläche in Deutschland wird systematisch durch das Statistische Bundesamt sowie durch die Ar­beits­ge­mein­schaft der Ver­mes­sungs­ver­wal­tun­gen der Länder (AdV) erfasst. Die Grundlage bildet dabei die Amtliche Flä­chen­sta­tis­tik, die auf Daten der Lie­gen­schafts­ka­tas­ter und der Bo­den­flä­chen­auf­stel­lung nach dem tatsächlichen Gebrauch basiert. Ergänzend kommt das ATKIS®-Basis-DLM (Amtliches Topographisch-Kar­to­gra­phi­sches In­for­ma­ti­ons­sys­tem) zum Einsatz, das die tatsächliche Nutzung der Flächen detailliert darstellt.

Wie hat sich die Siedlungsfläche in den letzten Jahren entwickelt?

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Laut dem Statistischen Bundesamt ist sie im vierjährigen Mittel der Jahre 2020 bis 2023 durch­schnitt­lich um 51 Hektar pro Tag gewachsen. Dieser Anstieg betrifft vor allem Flächen für Wohnen, Gewerbe, Industrie und Verkehr. Insgesamt besteht Deutschland zu 14,6 Prozent aus Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Welche Auswirkungen hat die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche?

Die stetige Ausweitung von Siedlungs- und Verkehrsflächen führt zu erheblichen Um­welt­be­las­tun­gen. Sie verringert die natürliche Bodenfunktion, zerstört Lebensräume für Tiere und Pflanzen und beeinträchtigt den Wasserhaushalt sowie das lokale Klima. Versiegelte Böden können kaum noch Wasser speichern oder filtern, was das Risiko für Hochwasser und Trockenheit erhöht. Zudem geht wertvolle land­wirt­schaft­li­che Nutzfläche verloren.

Welche Maßnahmen gibt es, um das Wachstum der Siedlungsfläche zu begrenzen?

Um den negativen Auswirkungen ent­ge­gen­zu­wir­ken will die Bundesregierung den täglichen Flä­chen­ver­brauch bis 2030 auf unter 30 Hektar senken. Bis 2050 soll eine Flä­chen­kreis­lauf­wirt­schaft erreicht werden. Das bedeutet ab diesem Zeitpunkt sollen netto keine neuen Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke beansprucht werden.

Um das Wachstum der Siedlungsfläche zu begrenzen, setzt die Bundesregierung auf In­nen­ent­wick­lung, Nachnutzung brachliegender Flächen und flä­chen­spa­ren­des Bauen. Ziel ist es, vorhandene Flächen effizient zu nutzen und den Flä­chen­ver­brauch langfristig deutlich zu senken.