Ein Ankermieter ist ein zentraler, meist großflächiger Mieter in einer Ge­wer­be­im­mo­bi­lie oder einem Handelsobjekt. Als Hauptmieter sorgt er durch seine Bekanntheit und wirtschaftliche Stabilität für zusätzliche Attraktivität.

Welche Rolle spielt ein Ankermieter für die Vermietung?

Ein Ankermieter wirkt als Zugpferd: Durch seine Bekanntheit und Kundenfrequenz zieht er weitere Mieter an. Dies erhöht die Attraktivität des gesamten Objekts und reduziert Leerstand. Besonders im Einzelhandel ist ein starker Ankermieter oft entscheidend für den wirt­schaft­li­chen Erfolg des Standorts.

Welche Geschäfte sind typische Beispiele für Ankermieter?

Zu den klassischen Ankermietern in Einkaufszentren zählen SB-Warenhäuser wie Kaufland, Le­bens­mit­tel­ein­zel­händ­ler wie Aldi, Edeka, Lidl oder Rewe sowie renommierte Modehäuser oder Filialisten; so gehören Deichmann und dm laut Statista (Stand: 17.12.2025) zu den flä­chen­stärks­ten beziehungsweise am häufigsten in deutschen Shoppingcentern anzutreffenden Mietern. Im Fach­markt­zen­trum sind es Elektromärkte wie MediaMarkt oder ein Baumarkt wie Obi potenzielle Ankermieter. Auch Fitnessketten, Banken oder große medizinische Versorger können Ankermieter in Mixed-Use-Objekten sein.

Wie unterscheiden sich Ankermieter von normalen Mietern?

Ankermieter mieten meist größere Flächen, verhandeln individuelle Mietkonditionen und haben häufig Mit­spra­che­rech­te bei Ob­jekt­ge­stal­tung oder Mietermix. Ihre Präsenz prägt den Standort und beeinflusst das gesamte Nutzungskonzept.

Die sogenannten Er­gän­zungs­mie­ter sind kleinere oder mittelgroße Geschäfte in einem Einkaufszentrum, die das Angebot der großen Ankermieter sinnvoll ergänzen. Das Spektrum reicht von gastronomischen Angeboten über Bäcker, Metzger, Juweliere, Geschenkartikel- oder Handyläden und so weiter. Sie profitieren vom Kundenstrom, den die Ankermieter erzeugen. Da sie von deren Magnetwirkung leben, zahlen sie meist höhere Mieten pro Quadratmeter als Ankermieter.

Warum sind Ankermieter wichtig für Investoren?

Ankermieter gelten als bonitätsstark. Sie binden sich oft langfristig und sichern regelmäßige Mieteinnahmen. Für Investoren bieten sie Pla­nungs­si­cher­heit, wirken stabilisierend auf den Cashflow und erhöhen den Marktwert der Immobilie. Sie spielen daher auch bei der Finanzierung durch Banken eine große Rolle.

Welche Risiken bringen Ankermieter mit sich?

Ein übermäßiger Fokus auf einen Ankermieter kann zum Klumpenrisiko führen – etwa, wenn dieser insolvent wird oder auszieht. Zudem kann eine zu starke Ver­hand­lungs­po­si­ti­on zu Mietkonditionen führen, die zulasten der Eigentümer oder anderer Mieter gehen. Eine gute Objektstrategie setzt daher auf ein ausgewogenes Verhältnis von Haupt- und Er­gän­zungs­mie­tern.

Gibt es Ankermieter auch außerhalb von Ein­zel­han­dels­im­mo­bi­li­en?

Ja, neben Han­dels­im­mo­bi­li­en werden Ankermieter auch in Bürogebäuden oder medizinischen Ver­sor­gungs­zen­tren geschätzt. Dort übernehmen oft große Unternehmen, Behörden oder Ge­sund­heits­dienst­leis­ter die Rolle des Ankermieters. In einem Logistikzentrum sind es große Versandhändler oder Spe­di­ti­ons­un­ter­neh­men, die als Hauptmieter auftreten.