Der französische Begriff belles demeures bedeutet „schöne Bleiben“. Diese meist historischen Immobilien sind als Liebhaberobjekte gefragt.
Was sind Belles Demeures?
Wörtlich übersetzt bedeutet belles demeures „schöne Bleiben“. Gemeint ist damit eine ganze Bandbreite an herrschaftlich anmutenden Gebäuden in Frankreich.
Was ist eine Chartreuse?
Chartreux = Karthäuser. Demzufolge handelt es sich eigentlich um ein langgezogenes Kloster im gotischen Stil. Abgeschiedene Lage und nebeneinander liegende Zellen für die Mönche kennzeichnen eine chartreuse. Rund 200 davon gibt es noch in Frankreich. Doch wenn Ihnen eine chartreuse zum Kauf angeboten wird, handelt es sich höchstwahrscheinlich eher um ein kleines Landhaus im Nirgendwo im Südwesten des Landes.
Was ist ein Donjon?
Als donjon wird in Frankreich ein ab dem 11. Jahrhundert errichteter befestigter Wohnturm oder Bergfried bezeichnet. Der Grundriss war ursprünglich rechteckig, später wurden donjons jedoch meist rund angelegt. Im Originalzustand besteht ein donjon aus dicken Mauern, hat nur kleine Fenster und im Erdgeschoss suchen Sie vergeblich nach einer Eingangstür.
Was ist eine Gentilhommière?
Der gentilhomme ist ein Edelmann von Geburt. Die gentilhommière ist somit ein luxuriöses Landhaus oder gar Lustschloss eines Adeligen. Eine riesige Grundfläche auf ein bis zwei Etagen kennzeichnet diese Bauten. Große Öffnungen mit viel Lichteinfall waren angesagt, während Sie Verteidigungsanlagen vergeblich suchen. Diese kamen erst ab dem 17. Jahrhundert hinzu, als das Lustschloss mit Verteidigung in Einklang gebracht werden musste und daher das manoir de gentilhomme entstand.
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Was ist ein Hôtel Particulier?
Ein hôtel particulier ist ein großzügiger Stadtpalast, der in Frankreich ab dem 17. Jahrhundert von Adeligen, später auch reichen und angesehenen Bürgern errichtet und bewohnt wurde. Heute werden diese Gebäude oft von Anwälten, Notaren, Diplomaten oder Ärzten als Arbeitsort genutzt. Nebengebäude für Dienstpersonal haben die Zeit ebenfalls überstanden.
Was ist ein Maison Bourgeoise?
Geräumig und von solider Bauweise – so kommt ein maison bourgeoise genanntes Bürgerhaus mit eigenem Park daher. Üblicherweise befindet sich ein solches Anwesen in einem gehobenen Vorort einer Großstadt.
Was ist ein Maison de Maître?
Ein geräumiges Herrenhaus auf dem Land oder in einer Kleinstadt wird in Frankreich als maison de maître bezeichnet. Drei bis fünf Fensterkolonnen sowie ein geschlossener Park sind Standard dieser belles demeures. Die Grundfläche beträgt üblicherweise 200 m². Der Bau erstreckt sich über drei Stockwerke, die nach Zweck aufgeteilt sind. Im Erdgeschoss befinden sich die Empfangsräume, im Obergeschoss die Privatzimmer des Eigentümers und unter dem Dach die Kammern des Personals. Kamen die Eigentümer in der Vergangenheit zu Geld, verzierten sie ihre Herrenhäuser mit adeligem Schnickschnack wie Türmchen. Das brachte diesen Immobilien auch die Bezeichnung Industriellenschlösschen ein.
Was ist ein Manoir?
Ein manoir ist ein stark befestigtes Gebäude, das meist auf einer Anhöhe liegt. Schließlich sollte der Lehnsherr seinerzeit Ausschau nach Feinden halten. Dennoch hat ein manoir weder Türme noch Burg-Charakter, da die Erlaubnis dafür ausblieb.
Worauf ist beim Kauf von Belles Demeures zu achten?
Wer sich für belles demeures interessiert, muss mit hohen Renovierungskosten rechnen. Sanitäre Anlagen, Heizung und Elektrik sind oft Großbaustellen. Baumaterialien und Baustil dürfen oft nicht frei gewählt werden, sondern müssen sich der Region anpassen und mit den Auflagen der Denkmalbehörde in Einklang stehen. Besonderes Augenmerk richten Gutachter auf das Dach. Das ist bei einer historischen Frankreichimmobilie nämlich oft in einem Format, das heute niemand mehr anbietet – und muss dann von einem Spezialisten per Handarbeit nachgebaut werden.
Achtung: Setzen Sie sich vor dem Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie unbedingt mit einem versierten Sachverständigen an einen Tisch. Prüfen Sie den compromis de vente genau und sprechen Sie mit der zuständigen Denkmalbehörde!