Wer baut, muss rechnen. Baukosten sind mit Abstand der größte Posten bei einem Im­mo­bi­li­en­pro­jekt. Wer hier von Anfang an durchblickt, kann besser planen, gezielter investieren und teure Überraschungen vermeiden.

Was sind Baukosten? Definition

Baukosten umfassen alle Kosten, die bei der Planung, Errichtung und Fertigstellung eines Bauwerks entstehen. Dazu zählen neben Material und Hand­wer­kerleis­tun­gen auch Architekten- und In­ge­nieur­ho­no­ra­re, Ge­neh­mi­gungs­ge­büh­ren, Er­schlie­ßungs­kos­ten und Baubegleitung.

Woraus setzen sich Baukosten zusammen?

Die Baukosten sind in der DIN 276 definiert. Diese Norm gliedert alle Baukosten systematisch in acht Haupt­kos­ten­grup­pen (KG 100 bis 800). Für die Kostenplanung beim Hausbau sind vor allem die Kostengruppen 200 bis 700 relevant. Diese beinhalten:

  • Vorbereitende Maßnahmen wie Erschließung, Bau­grund­be­ar­bei­tung, Abriss
  • Baukonstruktion, also Rohbau, Wände, Decken, Dach, Fenster, Türen, Treppen
  • Technische Anlagen, darunter Heizung, Sanitär, Elek­tro­in­stal­la­tio­nen, Photovoltaik
  • Außenanlagen, etwa Wege, Terrasse, Garten, Carports
  • Ausstattung wie Einbaumöbel, besondere Einbauten wie Kamine, Sauna
  • Baunebenkosten, wie Planung, Genehmigungen, Gutachten, Ver­si­che­rungs­prä­mi­en

Hinweis: Die Kostengruppe 100 (Grund­stücks­kos­ten) und 800 (Fi­nan­zie­rungs­kos­ten) gehören nicht zu den Baukosten im engeren Sinn, fließen aber in die Gesamtkosten eines Projekts mit ein.

Wie hoch sind die Baukosten pro Quadratmeter?

Laut der Studie Wohnungsbau in Deutschland 2025 lagen die Her­stel­lungs­kos­ten für Neubauwohnungen in deutschen Großstädten im vierten Quartal 2024 im Median bei 4.470 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Rechnet man zusätzlich die Grund­stücks­kos­ten hinzu (Median: 760 Euro pro m²), ergeben sich Ge­samt­in­ves­ti­ti­ons­kos­ten von durch­schnitt­lich rund 5.230 Euro pro m² Wohnfläche.

Ergänzend dazu berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis), dass sich die Baupreise für Wohngebäude bis Mai 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,1 Prozent erhöht haben. Seit 2010 beträgt der Preisanstieg im Neubau insgesamt rund 64 Prozent. Wer heute neu baut, muss also deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor wenigen Jahren.

Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der Baukosten?

Die Baukosten hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter:

  • Standort: Je nach Region können Bo­den­be­schaf­fen­heit, Er­schlie­ßungs­kos­ten und Baupreise stark variieren.
  • Bauweise und Materialien: Massivbau, Holzbau, Dämmung oder hochwertige Materialien wirken sich direkt auf die Kosten aus.
  • Größe und Ausstattung: Mehr Stockwerke, besondere Aus­stat­tungs­wün­sche oder komplexe Grundrisse machen das Bauen teurer.
  • Marktlage: Steigende Materialpreise, Fach­kräf­te­man­gel oder eine hohe Auslastung von Hand­werks­be­trie­ben treiben die Preise zusätzlich in die Höhe.
  • Vorgaben und Gesetze: En­er­gie­stan­dards, Brand­schutz­vor­ga­ben oder barrierefreies Bauen verursachen oft zusätzliche Aufwendungen.

Wie kann ich meine individuellen Baukosten berechnen?

Zuerst sollten Sie die geplante Wohnfläche oder Brut­to­grund­flä­che (BGF) Ihres Bauvorhabens berechnen. Anschließend orientieren Sie sich an aktuellen Kos­ten­kenn­wer­ten pro Quadratmeter, die je nach Region, Bauweise und Gebäudetyp variieren. Solche Werte finden Sie in Bau­kos­ten­ta­bel­len des BKI (Bau­kos­ten­in­for­ma­ti­ons­zen­trum) oder im regionalen Baupreisindex.

Multiplizieren Sie den passenden Kennwert mit der Fläche, um eine erste grobe Kostenschätzung zu erhalten. Ist das Grundstück noch nicht vorhanden, kommt dessen Kaufpreis noch hinzu. Außerdem sollten Sie rund 15 bis 20 Prozent für die Baunebenkosten und zusätzlich einen finanziellen Puffer für Un­vor­her­ge­se­he­nes einplanen.

Wie kann ich Baukosten einsparen?

Sie können Baukosten reduzieren, indem Sie bewusst planen und Prioritäten setzen:

  • Standardisierte Grundrisse statt individueller Sonderlösungen
  • Vergleich von Angeboten mehrerer Bauunternehmen
  • Eigenleistungen erbringen, wenn möglich
  • Verzicht auf unnötige Extras, etwa teure Designfliesen oder Son­der­aus­stat­tun­gen
  • Frühzeitige Beratung durch Architekten oder Sachverständige, um Planungsfehler zu vermeiden
  • Nutzung staatlicher Förderungen, darunter Förderkredite und Zuschüsse der KfW oder des BAFA